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Supermärkte führen neue Tierhaltungs-Kennzeichnung ein | BR24

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Wer im Supermarkt Fleisch kauft, kann ab sofort mehr auf Tierschutz achten. Mehrere Supermarkt-Ketten bieten dann vier Farb-Kennzeichen an, die über das Leben des Schlachttieres Auskunft geben.

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Supermärkte führen neue Tierhaltungs-Kennzeichnung ein

Stand das Tier nur im Stall – oder auch mal auf der Weide? Mehrere Supermarkt-Ketten bieten ab sofort freiwillig eine Kennzeichnung auf Fleischwaren an. Eine staatliche Regelung lässt derweil weiter auf sich warten.

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Wer ab Montag im Supermarkt Fleisch kauft, kann mehr auf Tierschutz achten. Mehrere Supermarkt-Ketten bieten dann vier Farb-Kennzeichen an, die über das Leben des Schlachttieres Auskunft geben. Damit preschen die Märkte vor, während ein staatliches Siegel für mehr Tierwohl wohl erst im nächsten Jahr kommen soll. An der neuen Kennzeichnung beteiligen wollen sich Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe.

Vierstufensystem bei der Kennzeichnung von Fleisch

Das einheitliche System sieht vier Stufen vor: Die erste Stufe "Stallhaltung" entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen. Fleisch, das mit der Stufe 2 - "Stallhaltung plus" - gekennzeichnet ist, sichert Tieren unter anderem mindestens zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Stufe 3 namens "Außenklima" garantiert Tieren noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt. Stufe 4 heißt "Premium". Da haben die Tiere auch Auslaufmöglichkeiten im Freien. Biofleisch etwa soll in diese Stufe eingeordnet werden.

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Das Vierstufensystem der Haltungskennzeichnung.

Fraglich ist, ob sich die Tierhaltung dadurch verbessert. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, dass die Kennzeichnung nicht garantiere, dass es den Tieren gut geht. Trotzdem: Die Supermärkte wollen nicht mehr auf die Politik warten. Eigentlich arbeitet Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) an einem staatlichen freiwilligen Tierwohllabel. Das sei auch weiterhin der Plan, heißt es in ihrem Ministerium.

"Anders als beim staatlichen Tierwohlkennzeichen geht es beim Haltungskennzeichen des Handels nicht um ein neues Tierwohllabel, sondern lediglich um ein "Sortiersystem". Insofern nimmt die Haltungskennzeichnung das staatliche Tierwohllabel nicht vorweg." Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung

Grüne sehen Klöckners Tierwohllabel als gescheitert

Für die Grünen dagegen ist Klöckner mit ihrem geplanten Tierwohllabel bereits gescheitert, bevor die CDU-Ministerin es überhaupt starten konnte.

"Das ist eindeutig ein Armutszeugnis für die Frau Klöckner. Denn die Bundesregierung hat schon so lange versprochen, ein Haltungskennzeichnungslabel einzuführen und schafft es einfach nicht." Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern

Die Grünen-Landtagsabgeordnete fordert, dass die Haltungskennzeichnung der Supermärkte nur ein Übergang sein darf. Denn die Vorgaben seien viel zu lasch und garantierten keine bessere Tierhaltung.

Staatliches Tierwohllabel nicht vor 2020

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte alle Anbieter auf, Fleisch freiwillig zu kennzeichnen, solange es keine Verpflichtung gebe. Damit in artgerechtere Haltung investiert werden könne, müsse mehr Geld bei den Tierhaltern ankommen. Ab 2020 soll es das staatliche Tierwohllabel geben – bis dahin informieren die Supermärkte lieber selbst über die Haltung der Tiere.