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Engpässe auf Intensivstationen: Mediziner schlagen Alarm | BR24

© pa/dpa/Marco de Swart

Engpässe auf Intensivstationen: Mediziner schlagen Alarm

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Engpässe auf Intensivstationen: Mediziner schlagen Alarm

Intensivmediziner warnen vor Engpässen. Zu viele Kliniken blieben im Regelbetrieb, anstatt sich auf eine steigende Zahl von Corona-Patienten vorzubereiten. Intensivbetten könnten nicht belegt werden, weil Pflegepersonal fehle.

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Von
  • Claudia Plaß
  • tagesschau.de

Intensivmediziner warnen davor, dass mit steigenden Corona-Infektionszahlen in den kommenden Wochen Engpässe in den Krankenhäusern entstehen könnten. Die Zahl der Intensivpatienten sei in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens.

Ein Problem sei, dass sich das Personal in den Kliniken durch die steigenden Infektionszahlen häufiger anstecke. "Wenn sich Mitarbeiter mit dem Virus infizieren, können sie nicht an der Krankenversorgung teilnehmen", sagte er. Das alles geschehe vor dem Hintergrund des schon jahrelang bekannten erheblichen Mangels an Fachpflegepersonals. "An dem hat sich verständlicherweise in diesem Jahr wenig bis gar nichts geändert."

Janssens sieht Politik in der Pflicht

Janssens forderte, dass Mindestpersonal-Vorgaben für Pflegekräfte ausgesetzt werden sollten. Er bemängelte zudem, dass von der Politik aktuell keine Maßnahmen getroffen würden, um den Regelbetrieb in den Krankenhäusern wieder schrittweise auf einen Corona-Notfallbetrieb umzustellen.

"Aus Sorge vor relevanten Einnahmeverlusten und Liquiditätsengpässen wird derzeit in den meisten Kliniken das Routineprogramm fortgeführt", sagte Janssens. Das habe auch Auswirkungen auf die Intensivmedizin und steigere den Druck in diesem Bereich derzeit außerordentlich.

Notwendig sei unter anderem, Behandlungen zu reduzieren. Der Staat müsse hier finanziell unterstützen, um die Kliniken zu entlasten.

"Kein hundertprozentiger Schutz"

Auch der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Stefan Kluge, betonte, zum Teil könnten Intensivbetten nicht belegt werden, weil Pflegepersonal fehle. Diese Situation könnte sich noch verschärfen, sollten sich zunehmend auch Klinikmitarbeiter infizieren.

"Wir müssen natürlich sehr darauf achten, dass das Coronavirus nicht in die Krankenhäuser herein kommt", sagte Kluge. Alle Corona-Patienten würden vor der Krankenhaus-Aufnahme getestet. "Das Problem ist natürlich, dass aufgrund der Inkubationszeit und der Tatsache, dass einige Patienten asymptomatisch bis wenig symptomatisch sind, es keinen hundertprozentigen Schutz gibt."

"Beschlüsse waren überfällig"

Der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie an der Charité Berlin, Norbert Suttorp, beschrieb die hohe Auslastung der Klinik im Winter unter anderem wegen Influenza. Jetzt würden die Covid-19-Patienten noch hinzukommen.

Suttorp sprach von einer Konkurrenz um Krankenhausbetten - sowohl um Intensivbetten als auch um Betten auf Normal-Stationen. Er begrüßte die erneuten Corona-Beschränkungen, die Bund und Länder beschlossen haben: "Die gestrigen Beschlüsse waren richtig und wichtig und fällig, ich fand sie gar ein bisschen überfällig."

Hoffnung auf Entspannung

Auch der Chefarzt der Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, nannte die Beschlüsse sinnvoll und verhältnismäßig. "Wir werden mit einer gewissen Bremsspur hoffentlich sehr bald auch die positiven Effekte sehen", sagte er. Das deutsche Gesundheitssystem sollte dann in seiner Fülle weiter funktionieren.

Mit den einschneidenden Maßnahmen wollen Bund und Länder dafür sorgen, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen - und die Kliniken vor Überlastung zu bewahren.

© BR

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