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Symbolbild: Mehr als sechs Prozent müssen beim Essen sparen

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    Mehr als sechs Prozent müssen beim Essen sparen

    Jeder vierte Deutsche kommt Statistiken zufolge finanziell nur schwer über die Runden. Mehr als sechs Prozent müssen sogar beim Essen sparen. Nicht nur in Deutschland, auch in der EU ist Armut weiter ein Problem. Besonders Kinder sind betroffen.

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    • BR24 Redaktion

    Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland kommt einem Bericht zufolge finanziell nur schwer über die Runden. Im Jahr 2019 hätten sich gut 27 Prozent der Menschen ab 16 Jahren keine unerwarteten Ausgaben in Höhe von 1.100 Euro leisten können, schrieb die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dieser Betrag entspricht dem damaligen Schwellenwert zur Armutsgefährdung.

    Nur alle zwei Tage eine vollwertige Mahlzeit

    Fast 4,4 Millionen Menschen oder 6,3 Prozent hätten sogar beim Essen sparen müssen und sich nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten können. Unter den Erwerbslosen habe dieser Wert bei 31,7 Prozent gelegen.

    "Armut ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern zieht sich quer durch die Bevölkerung." Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann

    Die Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, hatte die Daten beim Statistischen Bundesamt abgefragt. Zimmermann forderte, die Bundesregierung müsse endlich ein umfassendes Konzept zur Armutsbekämpfung vorlegen.

    Kinderarmut in der EU

    Auch in der EU ist Armut weiter ein Problem, besonders betroffen sind Kinder. Die EU-Kommission drängte die Mitgliedstaaten nun zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Kinderarmut. Vize-Kommissionspräsidentin Dubravka Suica sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, 2019 seien trotz eines Rückgangs in den Vorjahren 22 Prozent der Kinder in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht gewesen - insgesamt fast 18 Millionen Kinder.

    "Noch heute gibt es in der EU Kinder, die unter Hunger leiden. (...) Das ist beschämend, das können wir nicht tolerieren." EU-Vize-Kommissionspräsidentin Dubravka Suica

    Kinder von Alleinerziehenden und Großfamilien stark betroffen

    Besonders betroffen seien Kinder von Alleinerziehenden, in Familien mit drei und mehr Kindern, in abgelegenen Regionen und in Familien mit Migrations- oder Roma-Hintergrund. Rund die Hälfte der Kinder mit niedrigem Bildungsniveau der Eltern sei von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, verglichen mit weniger als zehn Prozent der Kinder mit hohem Bildungsniveau der Eltern.

    Ziel der EU-Kommission sei es, die Zahl der betroffenen Kinder bis 2030 um mindestens fünf Millionen zu reduzieren, sagte die Kroatin. Insbesondere Mitgliedstaaten, in denen der Anteil armer oder ausgegrenzter Kinder über dem EU-Durchschnitt liege, müssten mehr in die Bekämpfung der Kinderarmut investieren.

    Zugang zu frühkindlicher Bildung gefordert

    Die Kommission empfehle unter anderem, den betroffenen Kindern Zugang zu frühkindlicher Bildung und Betreuung zu ermöglichen. Außerdem sollten die Kinder eine angemessene Ausrüstung für Fernunterricht und mindestens eine gesunde Mahlzeit pro Schultag erhalten.

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