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Kampf gegen Corona: Politiker und Künstler sammeln Milliarden | BR24

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Endspurt des Corona-Spendenmarathons, mit dem die EU-Kommission seit Anfang Mai Geld für die Impfstoffforschung einsammelt: Rund 16 Milliarden Euro sind bereits zusammengekommen. Höhepunkt ist heute die Gala mit Superstars wie Shakira.

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Kampf gegen Corona: Politiker und Künstler sammeln Milliarden

Mit einem Online-Konzert und Einnahmen von fast 16 Milliarden Euro ist der Corona-Spendenmarathon zu Ende gegangen. Seit Anfang Mai hatten die EU-Kommission und die Organisation "Global Citizen" um Geld für die Entwicklung von Medikamenten geworben.

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Beim internationalen Spendenmarathon für Impfstoffe und Behandlungen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 sind neue Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten bei einer virtuellen Geberkonferenz zusammen knapp 5,3 Milliarden Euro zu. Die Kampagne steht unter der Schirmherrschaft von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und hat seit Anfang Mai fast 16 Milliarden Euro für den guten Zweck eingesammelt.

Informationen über das Corona-Virus und seine Bekämpfung erhalten sie hier.

Die Schirmherrin selbst ging mit gutem Beispiel voran: Gleich zu Beginn der virtuellen Geberkonferenz unter der Überschrift "Unite for our Future" ("gemeinsam für unsere Zukunft") gab Kommissionschefin Ursula von der Leyen bekannt, dass die EU weitere 4,9 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Corona-Pandemie bereitstellt.

Von der Leyen: Jeder Mensch braucht Zugang zu Tests, Behandlung und Impfstoff

Das Geld aus dem Spendenmarathon solle eingesetzt werden, um besonders verwundbare Länder zu unterstützen. Jeder Mensch auf der Welt müsse Zugang zu Tests, Behandlungen und Impfstoffen bekommen, egal wo er lebe, wo er herkomme oder wie er aussehe, betonte von der Leyen. "Erst, wenn die Seuche überall besiegt sei, sei sie wirklich besiegt."

Insgesamt gibt es jetzt schon 16 Milliarden Euro zur Coronabekämpfung

Zusätzlich zu der stolzen Summe aus Europa kam von internationalen Geldgebern und Stiftungen im Laufe des Nachmittags eine weitere Milliarde Euro hinzu. Addiert man beides zu den bereits gesammelten rund zehn Milliarden Euro, kommt die EU-geführte Kampagne, die Anfang Mai begann, auf einen Gesamtbetrag von gut 16 Milliarden - etwa die Hälfte dessen, was laut Expertenschätzung zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs nötig ist.

Die Kommissionspräsidentin dankte und sprach von einem "riesigen Zeichen des Vertrauens". Um das Virus zu schlagen, sei es zwar noch ein weiter Weg. Doch zusammen werde man es schaffen.

Moderierte Gala von US-Journalistin im Homeoffice

Der mehr als zweistündige Spendenmarathon im Internet, der größtenteils von der US-Journalistin Katie Couric vom heimischen Sofa aus moderiert wurde, wirkte - trotz der nicht immer optimalen Bild- und Tonqualität – deutlich professioneller und dynamischer als der erste. Diesmal hatte sich die EU-Kommission Unterstützung vom gemein-nützigen New Yorker Krisen-Netzwerk "Global Citizen" geholt, das mit solchen "Pledging Events" langjährige Erfahrung hat.

Eine Art Dauerwerbesendung für den guten Zweck

Viel treibende Beats, schnelle Bildschnitte und ein bunter Mix aus immer wieder eingestreuten vorproduzierten Info-Spots, Statements und kurzen Interview-Schalten sorgten für Abwechslung. Verbindendes Thema: das COVID-19-Virus und seine dramatischen Folgen rund um den Globus. Allerdings war auch der Wiederholungsfaktor groß. Und über weite Strecken erinnerte das Ganze an eine Dauerwerbesendung im US-Privatfernsehen, wenn auch eine für einen guten Zweck.

Die zugleich anrührende wie aufrüttelnde Botschaft: "Diese Krise betrifft uns alle und nur gemeinsam können wir sie meistern!" Niemand sei sicher, wenn nicht alle sicher seien - mahnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres: Dies werde ein Test für unsere Werte und unsere Menschlichkeit.

Melinda Gates und Angela Merkel waren zugeschaltet

Auch für jede Menge prominente Gastauftritte aus allen Ecken der Welt war gesorgt. Im Laufe der Benefiz-Show gab es Beiträge von Wissenschaftlern, Spitzenpolitikern und bekannten Größen aus Film, Musik und Business. So versprach Milliardärin Melinda Gates noch mehr Engagement ihrer Stiftung und Pop-Ikone Miley Cyrus erinnerte daran, dass die junge Generation in diesen Corona-Zeiten "hungrig nach Wandel" sei, nach "Gerechtigkeit und Gleichheit".

Zusagen über mehrstellige Millionen-Spenden kamen von diversen internationalen und europäischen Regierungschefs. Unter ihnen der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau, sein spanischer Kollege Pedro Sanchez, Frankreichs Staatschef Macron und Bundeskanzlerin Merkel:

"Wir müssen den Menschen in den Entwicklungsländern helfen, die Folgen der Pandemie zu bewältigen. Dafür wird Deutschland das Krisennetzwerk von Global Citizen mit 233 Millionen Euro unterstützen." Bundeskanzlerin Angela Merkel

Boris Johnson spricht von "moralischer Pflicht"

Der britische Premier Boris Johnson war ebenfalls wieder mit von der Partie. Er hatte erst kürzlich am eigenen Leib erfahren müssen, dass mit dem Virus nicht zu spaßen ist. Seine Forderung: sobald ein Impfstoff gegen Corona gefunden sei, bestehe die "moralische Pflicht", ihn wirklich jedermann zugänglich zu machen. Denn diese Pandemie bedrohe uns alle.

Nach den eher ernsten Tönen im ersten Teil der Wohltätigkeits-Gala sind für den zweiten Teil, am späteren Abend, Entspannung und Unterhaltung angesagt. Krönender Abschluss der Anti-Corona-Kampagne "Global Goal" ist ein Live-Konzert mit weltberühmten Musikern und Künstlern, das ebenfalls im Internet und im ARD-Digitalsender ONE übertragen wird. Dann werben Stars wie Justin Bieber, Shakira, Usher oder Coldplay für den guten Zweck.

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