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Meeresbiologin Boetius: "Klimawandel in der Tiefsee angekommen" | BR24

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Anlässlich der Erforschung des Marianengrabens vor 60 Jahren, zeigt sich die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Prof. Antje Boetius, beunruhigt über den Zustand der Tiefsee. Die Erwärmung der Ozeane sorge für veränderte Lebensbedingungen.

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Meeresbiologin Boetius: "Klimawandel in der Tiefsee angekommen"

Anlässlich der Erforschung des Marianengrabens vor 60 Jahren zeigt sich die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Prof. Antje Boetius, beunruhigt über den Zustand der Tiefsee. Die Erwärmung der Ozeane sorge für veränderte Lebensbedingungen.

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Auch die Tiefsee bleibt nicht vor Umweltproblemen wie Plastikmüll und erhöhten Wassertemperaturen verschont. Prof. Antje Boetius zeigte sich im Interview mit der Bayern 2-radioWelt besorgt über die Veränderungen.

"Der Klimawandel erwärmt den Ozean, dadurch verändern sich vor allem die Lebewesen an der Oberfläche der Meere. Diese sind aber die wesentliche Nahrungsquelle aller Tiefseetiere." Ändern sich Algenarten oder sinken weniger tote Tiere in die Tiefe hinab, wirke sich sich das natürlich auch auf die Lebensformen in der Tiefsee aus, erklärt Boetius.

"Wir wissen aus vielen Untersuchungen: Der Klimawandel ist auch in der Tiefsee angekommen."

Tiefsee-Krebse voll mit Giftstoffen

Anlässlich der Erforschung des Marianengrabens vor 60 Jahren durch Jacques Piccard und Don Walsh erzählt Antje Boetius, wie schwer es ist, Tiefseegräben zu erforschen. Gräben seien aber deswegen so spannend, sagt die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, weil sie wie Trichter funktionieren:

"Dort wehen besonders viel Abfallstoffe oder Gifte hinein. So ist auch festgestellt worden, dass die Krebse, die in den Tiefseegräben leben, doch eine sehr hohe Belastung haben von Giftstoffen."

Plastik tief unten im Marianengraben

Es sei beunruhigend, dass mittlerweile in allen Weltmeeren bis hinunter in den Marianengraben auch Plastikmüll angekommen sei, so Boetius. "Es gibt praktisch keine Region, wo man keinen Müll findet. Das einzige Meer, was noch so einigermaßen geschützt ist, ist das unter der eisbedeckten Arktis und Antarktis, dort fängt das Meereis den Müll ab. Aber überall sonst haben wir eben große Müllablagerungen im Ozean."

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