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Medien-Startup: Edition F in der Krise? | BR24

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Seit der Gründung 2014 ging es stetig bergauf mit dem Frauen-Portal "Edition F". Jetzt gibt es die ersten Rückschläge, die Gründerinnen setzen auf einen Neustart.

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Medien-Startup: Edition F in der Krise?

Seit der Gründung 2014 ging es stetig bergauf mit dem Frauen-Portal "Edition F". Jetzt gibt es die ersten Rückschläge, die Gründerinnen setzen auf einen Neustart.

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"Ein digitales Zuhause für Frauen, die mehr wollen im Job und im Leben". Mit diesem Slogan hat "Edition F" in den vergangenen fünf Jahren viele Leserinnen gewonnen. Als Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert das Frauen-Portal 2014 in Berlin gründeten, wagten sie den publizistischen Spagat zwischen Frauenmagazin und Wirtschaftstitel.

Jetzt hat die Erfolgsstory Risse bekommen. Der Business-Lifestyle-Plattform wurde ein Relaunch verpasst. Es gibt jetzt mehr externe feste Autorinnen, mit regelmäßigen Kolumnen und Gastbeiträgen. Dazu gehörten beispielsweise Ronja von Rönne, Myrna Funk, Anne Philippi, kündigt Susann Hoffmann an. Und die beiden Gründerinnen sind auch auf den Podcast-Zug aufgesprungen: In der ersten Ausgabe reden sie ausgerechnet über das Thema "Krise".

Mit Female Future Force übernommen

Die begann mit einer guten Idee: Der Gründung von "Female Future Force", einem Coaching-Programm für Frauen, einer digitalen Fortbildungs-Akademie. Sie bietet jungen, erfolgsorientierten Frauen per Abo-Modell Tutorials rund um Themen wie Karriere, Finanzen und Führungskompetenzen an. Doch nach hoffnungsvollem Start wurde unlängst das Aus des ehrgeizigen Projekts zum Frühjahr 2020 verkündet.

Mehr als 10.000 Abonnenten hatten sich in der Digitalakademie eingeschrieben. Die Crowdfunding-Kampagne brachte beachtliche 400.000 Euro ein. Doch das Programm war zu aufwändig, die Nutzerinnen blieben wohl nicht lange genug dabei. Ein Teil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen musste daher im März gehen. Zu sozialverträglichen Konditionen, wie die Gründerinnen versichern. An der Marke "Female Future Force" will man festhalten. Wie das neue Modell aussehen wird, ist noch nicht klar.

Außerdem hat in diesem Sommer mit Chefredakteurin Teresa Bücker die Frau das Digitalmagazin verlassen, die das Bild nach außen prägte, durch viel beachtete Auftritte in Talkshows und auf Panels. Ist Edition F in der Krise? "Aktuell ist Edition F nicht in der Krise", so Mitgründerin Susann Hoffmann. "Aber ich glaube, zu jeder Unternehmensgeschichte gehört es, dass es ein bisschen hoch und ein bisschen runter geht und, dass man sich immer wieder auch erneuern muss."

Konzentration auf Online-Portal und Finanzierung

Jetzt will man sich wieder auf das Kerngeschäft, das Online-Magazin, konzentrieren. Die Texte decken ein breites Spektrum ab. Sie kreisen vor allem um Karriere, Beziehungen, Sex und Sexismus. Die Inhalte stammen aus redaktionellen und zugelieferten Beiträgen. Kooperationspartner sind unter anderem Business-lnsider aus dem Springer-Verlag, ze.tt, der junge Ableger der ZEIT, und Deine Korrespondentin, ein Startup für Geschichten von interessanten Frauen.

Wie die meisten Startups ist auch Edition F beständig auf der Suche nach stabilen Einnahmen. "Das Geschäftsmodell von Edition F basiert im Kern auf drei Säulen: Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, im Bereich Werbung. Da machen wir branded content, der als Anzeige gekennzeichnet ist," erklärt Nora-Vanesssa Wohlert, die Edition F ebenfalls mitgegründet hat. "Da ist unser Ansatz, dass es immer einen Mehrwert gibt für den Leser, die Leserin."

Geschlechterverhältnis soll "neu bestimmt werden"

Dazu kommen Einnahmen durch Eventsponsoring und Beiträge der Community, zum Beispiel durch den Ticketverkauf für den alljährlichen Female Future Force Day.

Als feministisches Startup bleibt es erklärtes Ziel von Edition F, Frauen zu stärken. Nach all den Debatten über Me-too und Gender Pay Gap hält Susann Hoffmann jetzt den Zeitpunkt für gekommen, das Geschlechterverhältnis neu zu bestimmen. "Weil wir an einem Punkt sind, wo wir geholfen haben, den Feminismus mit in den Mainstream reinzuheben," meint Susann Hoffmann. "Und jetzt geht es darum, dass wir die Lücke zwischen den Geschlechtern wieder schließen und uns gemeinsam auf den Weg machen zu einer Gesellschaft, die irgendwie fair und gerecht ist und wo wir alle einen Platz finden."