Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Mecklenburg-Vorpommern: Wind droht Waldbrand weiter anzufachen | BR24

© BR

Starke Winde könnten die Bekämpfung des Waldbrandes auf einem Truppenübungsplatz bei Lübtheen heute weiter erschweren. Vier Dörfer in der Region wurden evakuiert, die Einsatzkräfte stocken ihr Hubschrauberkontingent deutlich auf.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mecklenburg-Vorpommern: Wind droht Waldbrand weiter anzufachen

Starke Winde könnten die Bekämpfung des Waldbrandes auf einem Truppenübungsplatz bei Lübtheen heute weiter erschweren. Vier Dörfer in der Region wurden evakuiert, die Einsatzkräfte stocken ihr Hubschrauberkontingent deutlich auf.

1
Per Mail sharen
Teilen

Starke und unberechenbare Winde könnte heute die Löscharbeiten an dem Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern erschweren. Mehrere Dörfer in der Region mussten schon evakuiert werden.

Hubschrauber-Einsatz wird intensiviert

Mit insgesamt acht Löschhhelikoptern und mehreren Wasserwerfern wollen die Einsatzkräfte den Waldbrand auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes heute unter Kontrolle bekommen. Damit wird die Flotte der Helikopter verdoppelt.

430 Hektar brennen immer noch

Am frühen Morgen brannte es nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim auf einer Fläche von etwa 430 Hektar auf dem etwa 6.000 Hektar großen früheren Militärgelände. Das Gebiet ist hochgradig mit Munition belastet, was die Löscharbeiten erheblich erschwert, die Feuerwehr muss einen 1.000-Meter-Abstand halten.

650 Menschen evakuiert

Nach den Orten Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs wurde am Abend auch noch die kleine Gemeinde Volzrade geräumt. Die Orte liegen knapp 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Wegen drehender Winde will die Einsatzleitung jegliches Risiko für Menschen vermeiden. Von den Evakuierungen sind nach neuesten Angaben etwa 650 Menschen betroffen.

Politik debattiert Prävention

Angesichts der Munition im Boden forderte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) die Politik auf, gemeinsam technische Lösungen für solche Katastrophen zu finden. "Es bleibt für alle eine große Herausforderung", sagte er im ARD-Brennpunkt, "wir müssen uns grundsätzlich aufstellen in Deutschland.".

Laut Umweltminister Till Backhaus (SPD) liegen auf dem Gelände nicht nur Munition und Granaten von Manövern, sondern auch große Mengen an Sprengmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Bei Lübtheen habe die Marine ihr Munitions-Hauptlager unterhalten, das 1945 gesprengt worden sei. Dabei sei die Munition aber nicht vollständig explodiert.

"Und wenn es dann knallt..."

Auch wenn das Feuer gelöscht werden könne, dürfe es keine schnelle Entwarnung geben, mahnte Backhaus in der "Ostseezeitung": "Die hoch brennbare Humusschicht, die sich in den letzten 70 Jahren gebildet hat, hält Hitze und Glut lange Zeit." Der Minister betonte auch die Gefahr, die von der Munition ausgehe, die noch im Boden verborgen ist. Bei Probegrabungen seien bis zu 45,5 Tonnen pro Hektar zu Tage gefördert worden. "Und wenn es dann knallt, wie ich es selber erlebt habe, denkt man schon darüber nach, ob das richtig ist, was man hier macht."