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May-Nachfolge: Trump macht sich für Johnson stark | BR24

© picture alliance / NurPhoto/ Arthur Widak

Boris Johnson

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    May-Nachfolge: Trump macht sich für Johnson stark

    US-Präsident Trump mischt sich erneut in die britische Innenpolitik ein. Wenige Tage vor seinem Besuch im Vereinigten Königreich wirbt er für Brexit-Hardliner Johnson als künftigen Premier: "Er wäre hervorragend."

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    Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May hat sich US-Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet - und seinen Favoriten benannt. Brexit-Befürworter Boris Johnson wäre ein sehr guter Premier, sagte Trump der Zeitung "The Sun", wenige Tage vor seinem Besuch in Großbritannien Anfang nächster Woche.

    "Sehr talentierte Person"

    "Ich glaube, Boris würde einen sehr guten Job machen. Ich glaube, er wäre hervorragend. Ich mag ihn. Ich hab ihn immer gemocht." Er wisse nicht, ob Johnson gewählt werde, er halte ihn aber für eine "sehr talentierte Person", ergänzte der US-Präsident.

    Neben Johnson haben eine Reihe von Kandidaten ihren Hut für den Posten in den Ring geworfen, auch der britische Außenminister Jeremy Hunt. Trump begrüßte dessen Pläne, mehr Geld für die Verteidigung ausgeben zu wollen. "Ja. Mag ihn", sagte Trump auf die Frage nach Hunt. Zu den weiteren Kandidaten zählen auch Umweltminister Michael Gove und Innenminister Sajid Javid.

    Der US-Präsident wird in der kommenden Woche zu einem Staatsbesuch in Großbritannien erwartet. Sein Besuch dort ist hoch umstritten. Es wird mit massiven Protesten gerechnet.

    Auch 2018 Mays Rivalen unterstützt

    Im Juli 2018 war Trump bereits zu einem Arbeitsbesuch in Großbritannien gewesen. Damals düpierte er die britische Premierministerin Theresa May mit einem Interview der Boulevardzeitung "The Sun", das während seines Aufenthalts veröffentlicht wurde. Er warf May darin vor, seine Ratschläge bezüglich des EU-Austritts ignoriert zu haben. Lob hatte Trump damals - wie jetzt wieder - für Mays Dauerrivalen Johnson, der nur wenige Tage zuvor aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs vom Amt als Außenminister zurückgetreten war.

    Nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit hatte May vor einigen Tagen nun selbst ihren Rücktritt angekündigt. Sie gibt am 7. Juni - kurz nach Trumps Besuch - die Führung der britischen Konservativen ab und wird bis Ende Juli auch als Regierungschefin abgelöst. Johnson brachte sich umgehend als möglichen Nachfolger in Stellung und drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen.

    Trump-Berater sieht Brexit-Vorteile

    Unterdessen warb Trumps Nationaler Sicherheitsberater, John Bolton, noch einmal eindringlich für den Brexit und die aus seiner Sicht resultierenden Vorteile für beide Seiten: "Die Präferenz der USA ist, dass Großbritannien den vom Volk gewünschten Kurs folgt und die EU verlässt", sagte er der britischen Zeitung "The Telegraph".

    Trump wolle mit dem künftigen britischen Premierminister ein Handelsabkommen abschließen, das für beide Seiten Vorteile bringe und London von den regulatorischen Einschränkungen in Beziehung zur Europäischen Union befreie. Bolton bezeichnete das Ergebnis des Referendums von 2016 als "Triumph der Demokratie". "Und wenn die Beschäftigung mit dem Brexit endlich gelöst ist, gibt es keine Obergrenze für den Einfluss, den Großbritannien weltweit haben kann."