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Matthias Schmale zu Nahostkonflikt: Friedensplan bitter nötig | BR24

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Im abgeriegelten Gaza-Streifen ist Matthias Schmale verantwortlich für rund 1,3 Millionen Menschen - verteilt Lebensmittel, unterhält medizinische Zentren, betreibt Schulen. Seine größte Hoffnung: eine politische Lösung für Palästina.

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Matthias Schmale zu Nahostkonflikt: Friedensplan bitter nötig

Im abgeriegelten Gaza-Streifen ist Matthias Schmale verantwortlich für rund 1,3 Millionen Menschen - verteilt Lebensmittel, unterhält medizinische Zentren, betreibt Schulen. Seine größte Hoffnung: eine politische Lösung für Palästina.

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Matthias Schmale, Direktor der UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA in Gaza, setzt keine großen Hoffnungen in die Bahrainer Investitionskonferenz für die Palästinensischen Gebiete am 25. und 26. Juni - auch weil die Palästinenser selber an den Gesprächen nicht teilnehmen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er: "Die palästinensische Führung empfindet, dass Washington zu einseitig Entscheidungen trifft und fühlt sich nicht als ebenbürtiger Partner behandelt."

Viel Armut in Gaza

Dabei würden bei der Konferenz in Bahrain durchaus wichtige Themen besprochen:

"Es geht ja offensichtlich um wirtschaftliche Erholung. Und wenn man hier in Gaza arbeitet und sieht, dass es 52 Prozent Arbeitslosigkeit gibt, dass eine Million Menschen von Hungerhilfe abhängig sind, dann muss man natürlich begrüßen, dass Menschen sich Gedanken darüber machen, wie man die Wirtschaft hier wieder ankurbeln kann."

Erst wirtschaftliche, dann politische Lösung: "naiv"

Das Problem sei, dass die Palästinenser an der Konferenz nicht teilnehmen, so Schmale. Angesprochen auf die Tatsache, dass die USA mit ihrem Plan zuerst wirtschaftliche Probleme lösen und erst später eine politische Lösung des Nahostkonflikts verhandeln wollen, sagte Schmale: "Ich halte das für naiv!"

In Bahrain beginnt heute eine Konferenz, bei der der der wirtschaftliche Teil eines neuen US-Friedensplans vorgestellt wird. Vorgesehen sind internationale Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar.