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Matthias Maurer, der nächste Deutsche im All? | BR24

© picture alliance / L.Bessone/ESA/dpa

Alexander Gerst übernimmt jetzt das Kommando auf der Internationalen Raumstation ISS. Sein möglicher Nachfolger: der ESA-Astronaut, Matthias Maurer. Der 48-Jährige hat seine knallharte Ausbildung abgeschlossen und ist bald startklar.

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Matthias Maurer, der nächste Deutsche im All?

Alexander Gerst übernimmt jetzt das Kommando auf der Internationalen Raumstation ISS. Sein möglicher Nachfolger: der ESA-Astronaut, Matthias Maurer. Der 48-Jährige hat seine knallharte Ausbildung abgeschlossen und ist bald startklar.

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Bayern 2-radioWelt: Letzten Dienstag haben Sie die Grundausbildung zum ESA-Astronauten erfolgreich abgeschlossen. Davor hatten Sie sich ja gegen Tausende Mitbewerber erstmal durchsetzen müssen. Wie sah diese Ausbildung dann in den letzten Jahren aus?

Matthias Maurer, ESA-Astronaut: Mein Training hat vor drei Jahren angefangen. Zuerst einmal habe ich die Grundlagen gelernt: Wie funktioniert eine Raumstation? Wie funktioniert eine Rakete? Was machen wir eigentlich da oben? Was macht die ESA? Dann gab’s aber auch ganz hartes Training: Überlebenstraining im Winter in Schweden, Überlebenstraining auf See in Rostock und in China und auch sehr viel technisches Training bei den Kollegen der NASA, aber auch in Japan und Kanada. Beim Überlebenstraining in Schweden musste ich bis an meine körperliche Substanz gehen. Ein weiteres Training, was mich sehr herausgefordert hat, war das Training für Weltraumspaziergang, also einen Außenbordeinsatz im Weltraum durchzuführen. Das üben wir unter Wasser. Das Training läuft sechs Stunden lang, ist vollgepackt mit verschiedenen Aktivitäten und am Ende, wenn man komplett ausgepowert ist, dann muss man noch seinen Kollegen retten.

Bayern 2-radioWelt: Wie geht’s für Sie weiter als offizieller ESA-Astronaut?

Matthias Maurer, ESA-Astronaut: Ich habe jetzt zwei Drittel meines Trainings abgeschlossen, sozusagen die Grundausbildung. Ich habe die allgemeinen Fertigkeiten. Aber wenn eine Mission zugewiesen wird, das könnte frühestens ab 2020/21 der Fall sein. Dann muss ich noch einmal zwei Jahre genau lernen und trainieren, was ich in dieser Mission machen würde. Zum Beispiel gehört dann auch dazu, welche Kapsel genau ich bedienen muss. Im Moment fliegen wir alle mit einer russischen Sojus-Kapsel zur Internationalen Raumstation, aber ab 2020 wollen die Amerikaner ihre ganz neuen, kommerziellen Kapseln einsatzbereit haben. Und falls ich mit dieser Kapsel mitfliege, muss ich die natürlich anders lernen, als wenn ich mit einer russischen Sojus-Kapsel fliege.

Bayern 2-radioWelt: Gibt’s für Sie Missionen, die noch interessanter wären? Es wird ja schon viel über einen Flug zum Mars spekuliert.

Matthias Maurer, ESA-Astronaut: Der Flug zum Mars würde mich natürlich reizen, wenn er technisch realisierbar wäre, aber das ist er meiner Meinung nach noch lange nicht. Ein Flug zum Mars würde ja mindestens 500 Tage hin und zurück dauern und hätte nur einen Monat Aufenthalt dort vor Ort. Die Raumkapseln, die wir momentan haben, sind noch nicht ausreichend strahlengeschützt. Das heißt, wenn ich jetzt 500 Tage durch den Weltraum fliege, komme ich mit einer ganz hohen Strahlenbelastung am Mars an, und das wäre mir doch ein bisschen zu riskant als Gesundheitsbelastung. Aber als interessante Ziele haben wir in der Tat momentan drei: Das Realistischste ist die Internationale Raumstation im erdnahen Orbit in 400 Kilometer Höhe. Eine Alternative wäre auch die neue chinesische Raumstation, die gerade aufgebaut wird. Das wäre dann ab 2023 der Fall. Und Mitte der 2020er Jahre werden wir eine neue Station um den Mond aufbauen. Mein Favorit wäre natürlich der Mond.