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Massive Proteste gegen AfD-Parteitag - Gauland gegen Kurswechsel | BR24

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Mehrere hundert Menschen haben weitgehend friedlich gegen den Bundesparteitag der AfD in Braunschweig protestiert. Gegen einige wenige Demonstranten habe unmittelbarer Zwang"angewendet werden müssen, teilte die Polizei mit.

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Massive Proteste gegen AfD-Parteitag - Gauland gegen Kurswechsel

Die AfD leitet einen Generationswechsel ein: Parteichef Gauland unterstrich auf dem Bundesparteitag, dass er heute Platz mache für einen Jüngeren. Die AfD rief er auf, den bisherigen Kurs beizubehalten. Begleitet wird der Parteitag von Protesten.

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Begleitet von massiven Protesten ist die AfD am Samstag zu einem Bundesparteitag in Braunschweig zusammengekommen. Parteichef Alexander Gauland sagte in seiner Eröffnungsrede, er mache "heute Platz für einen Jüngeren". Als sein Wunschkandidat gilt der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla. Gegen ihn will unter anderem die niedersächsische Landeschefin Dana Guth antreten. Gaulands Co-Parteichef Jörg Meuthen tritt zur Wiederwahl an, gegen ihn kandidiert die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst.

Kurzfristig seine Kandidatur angemeldet hatte zudem der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio, der wiederholt als rechter Scharfmacher in Erscheinung getreten ist. Er will gegen Chrupalla antreten, ebenso wie Wolfgang Gedeon aus Baden-Württemberg. Gegen Gedeon läuft ein Ausschlussverfahren wegen Antisemitismus- und Rassismusvorwürfen.

Gauland: Bisherigen Kurs fortsetzen

Mit der Vorstandswahl werde ein "teilweiser Generationswechsel" vollzogen, sagte Gauland vor den rund 570 Delegierten. In einem Rückblick auf die vergangenen Jahre betonte der 78-Jährige: "Wir haben geschafft, was niemand 2013 für möglich gehalten hätte." Die AfD habe das Land verändert und den Menschen eine Stimme gegeben, die sich "kaum noch trauten, der Auflösung unsere Nationalstaats in der Merkelschen Willkommenskultur zu widersprechen".

Gauland betonte, die AfD müsse der Anwalt der kleinen Leute bleiben und Regierungsfähigkeit entwickeln. Anpasserei an eine "verrottete CDU" dürfe es nicht geben. Es komme der Tag, an dem die geschwächte Union nur noch eine Option habe, nämlich die AfD, so Gauland.

Proteste gegen AfD vor der Volkswagenhalle

An der Volkswagen Halle, in der die AfD tagt, demonstrierten schon vor Beginn des Parteitags mehrere hundert Menschen. Sie riefen unter anderem "AfD Faschistenpack - wir haben Euch zum Kotzen satt". Später schlossen sich immer mehr Menschen den Protesten an. Insgesamt rund 20.000 Menschen waren schließlich nach Angaben der Veranstalter auf der Straße.

Die Polizei nannte bisher noch keine Teilnehmerzahlen. Sie hatte die Halle weiträumig abgesperrt und war mit starken Kräften präsent. Auch Wasserwerfer standen bereit. Der "Volkswagen"-Schriftzug an der Halle war auf Betreiben des Autokonzerns abgedeckt worden.