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Maskenpflicht global: Wer führte sie wann ein? | BR24

© BR / Johanna Schlüter

Eine Person zeigt einen Mundschutz.

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    Maskenpflicht global: Wer führte sie wann ein?

    US-Präsident Trump wirbt inzwischen dafür, Österreich weitet die Pflicht, sie zu tragen, wieder aus. Die Maske ist zu dem Symbol der Corona-Krise geworden. Welche Staaten waren mit der Maskenpflicht früh dran und wo liegt Deutschland im Vergleich?

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    Es war eine erstaunliche Kehrtwende des US-Präsidenten: Über Monate verweigerte Donald Trump das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit, sprach ihr eine Wirksamkeit gegen die Verbreitung des Coronavirus ab, nannte sie gar "ein Symbol der Schwäche".

    Mitte Juli dann trat er doch das erste Mal öffentlich mit einem Mund-Nase-Schutz auf. Auf Twitter nun warb er sogar offensiv für das Tragen einer Maske – 182 Tage nach dem ersten bekannt gewordenen Covid19-Fall in den USA.

    Eine einheitliche Regelung in den USA gibt es indes nicht. Laut CNN gibt es derzeit in 28 der 50 US-Staaten eine Maskenpflicht. Das Thema ist in den Vereinigten Staaten auch zu einem politischen Machtkampf geworden, in dem die Einstellung zum Masketragen häufig mit der politischen Haltung zusammenhängt.

    Studien belegen Wirksamkeit

    Inzwischen kommen mehrere Studien zu dem Ergebnis, dass Masken in der Corona-Pandemie eine Schutzwirkung haben. Am Anfang der Pandemie befürworteten Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation oder Robert-Koch-Institut eine flächendeckende Maskenpflicht noch nicht und empfahlen lediglich Risiko-Patienten und Menschen mit Symptomen, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Doch früh haben auch diese Stellen ihre Ansicht zu Masken geändert, als mehr Daten und Studien zu deren Wirksamkeit verfügbar waren.

    Keine landesweite Pflicht in China

    In China, wo das Virus zuerst ausbrach, gibt es ähnlich wie in den USA keine landesweite Regelung. Einzelne, oft besonders von der Pandemie betroffene Gebiete führten früh eine Maskenpflicht ein. So tat es beispielsweise die Region Guangdong Ende Januar. Allerdings ist in vielen asiatischen Ländern das Tragen von Masken schon vor der Corona-Krise weitverbreitet gewesen, weswegen viele Länder keine Vorgabe zum Tragen extra einführten.

    Vietnam führte als erstes Land die Maskenpflicht ein

    Vietnam war dennoch der erste Staat, der am 16. März eine landesweite Pflicht einführte. Einen Tag später folgte Venezuela. Kurz danach zog in Europa das erste Land nach: Tschechien führte die Pflicht zur Nase-Mund-Bedeckung am 18. März ein. Es folgten die Slowakei (25. März) und Bosnien (29. März). Anfang April zogen dann lateinamerikanische Länder wie Kolumbien, Kuba und Ecuador nach, sowie die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, sowie Marokko als erstes afrikanisches Land.

    Als erster Staat in Mitteleuropa führte Österreich am 1. April die Pflicht ein. Am 15. Juni lockerte die Alpenrepublik die Pflicht, um sie Anfang dieser Woche nun doch wieder auszuweiten.

    Maskenpflicht in ganz Deutschland seit Ende April

    Bevor Deutschland sie einführte, zogen in Europa noch Polen (16. April) und Luxemburg (20. April) nach. In der Bundesrepublik gibt es die landesweite Maskenpflicht seit dem 29. April – da zog in Schleswig-Holstein als letztes Bundesland mit. Andere Bundesländer hatten sie schon früher eingeführt - Sachsen am 17. April als Erstes. In Bayern kam sie am 27. April. Allerdings hatte es auch schon davor Ausreißer gegeben: Jena führte als erste Stadt am 31. März die Vorgabe eines Mund-Nase-Schutzes ein.

    Deutschland liegt mit seinem Einführungsdatum im Mittelfeld - allerdings deutlich vor Nachbarländern wie Belgien (6. Juni). Frankreich verschärfte die am 11. Mai eingeführte Pflicht zum Tragen der Maske Anfang dieser Woche. Bisher galt sie dort nur in Öffentlichen Verkehrsmitteln, jetzt auch in anderen öffentlichen geschlossenen Räumen sowie beim Einkaufen. Spanien führte die Pflicht am 21. Mai ein, England am 14. Juli.

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    Wer führte wann die Maskenpflicht ein?

    Maskenpflicht in Bayern

    In Bayern wird die Maskenpflicht voraussichtlich noch länger bestehen. Ministerpräsident Markus Söder kündigte Anfang Juli an: Solange es keine Medikamente und keine Impfung gebe, sei es notwendig, einen Mund-Nasenschutz dort zu tragen, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten. Die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen werde daher "schon länger" bleiben.

    Landesweite Maskenpflicht in 130 Ländern

    Laut einer Datenanalyse des Portals masks4all.co bestehe gegenwärtig in 130 Staaten eine landesweite Maskenpflicht. Damit unterliegen 46 Prozent der Weltbevölkerung dieser Regelung. In weiteren 20 Ländern gebe es in Teilen die Vorgabe (12 Prozent der Weltbevölkerung). In 17 Staaten werde das Tragen einer Maske empfohlen (1 Prozent).

    Ein Sonderfall sind China, Japan, Indien, Südkorea, Hongkong und Malaysia. Dort gibt es keine von der Regierung erlassene landesweite Vorgabe, aber das Tragen einer Maske war schon vor der Corona-Krise kulturell stark verbreitet. Diese Staaten machen 39 Prozent der globalen Bevölkerung aus. Lediglich in 25 Ländern gebe es weder die Pflicht noch die Empfehlung zum Tragen einer Maske (2 Prozent). Dazu gehören auch europäische Staaten wie Schweden, Norwegen oder Dänemark.

    Unterschiede gibt es in den Ländern auch im Ausmaß der Pflicht. Während manche sie nur für den Öffentlichen Verkehr und beim Einkaufen verordnet haben, gilt sie in anderen Ländern für sämtliche geschlossene Räume. Einige Länder verpflichteten ihre Bürger sogar zeitweise, eine Maske auch im Freien zu tragen.

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