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Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef hat bekannt, dass er für die Union als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen will.

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Markus Söder zu Kanzlerkandidatur bereit

CSU-Chef Söder hat sich zu einer Kanzlerkandidatur für die Union bereit erklärt, wenn die CDU ihn dabei unterstütze. Das sagte er laut Teilnehmerkreisen vor der Unions-Fraktionsspitze. Auch CDU-Chef Laschet untermauerte seine Ambitionen.

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Von
  • BR24 Redaktion

Lange hielt er sich bedeckt – doch nun hat CSU-Chef Markus Söder [zum Portrait] offenbart, dass er für die Union im Herbst als Kanzlerkandidat antreten will. Der bayerische Ministerpräsident erklärte am Sonntag vor dem Unions-Bundestagsfraktionsvorstand in Berlin nach Angaben von Teilnehmerkreisen: "Wenn die CDU bereit wäre, dann würde ich mich dieser Verantwortung stellen." Zugleich betonte er, wenn die CDU es nicht wolle, "bleibt ohne Groll eine gute Zusammenarbeit".

Bis zuletzt hatte sich Söder alle Optionen offengehalten. Zwar betonte er immer wieder mantraartig, dass sein Platz in Bayern sei. Zugleich verwies er aber darauf, dass Popularitätswerte bei der Entscheidung über die K-Frage eine Rolle spielen müssten. In sämtlichen Umfragen liegt Söder seit vielen Monaten deutlich vor CDU-Chef Armin Laschet.

Auch Laschet traut sich die Kanzlerkandidatur zu

Die Entscheidung, wer die Union nun in die Bundestagswahl führt, steht jedoch weiterhin aus. Denn auch Laschet hat Ambitionen, wie er deutlich machte. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sagte bei der Sitzung der Fraktionsspitze, er und Söder trauten sich die Kandidatur gegenseitig zu, berichteten Teilnehmer. "Wir haben uns gegenseitig attestiert, dass wir es beide können", wurde Laschet von Teilnehmern zitiert. Über das weitere Vorgehen zur Kür des Unionskandidaten sei er mit Söder "im Gespräch".

Merkel positioniert sich offenbar indirekt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll sich am Sonntag indirekt im Rennen positioniert haben, hieß es aus der CDU. Sie habe in der Sitzung Bayerns Umsetzung der Notbremse in der Corona-Krise kritisiert. Bayern sei weiter abgewichen als Nordrhein-Westfalen, sagte sie nach Teilnehmerangaben. Zudem forderte sie wie Laschet einen "Brücken-Lockdown".

Rufe nach rascher Klärung der K-Frage

Ursprünglich hatte es geheißen, die Parteivorsitzenden würden die Frage, wer für die Union ins Rennen gehen wird, zwischen Ostern und Pfingsten untereinander klären. Mehrere führende Unionspolitiker hatten bei der Klärung der Kanzlerkandidatur am Wochenende aufs Tempo gedrückt. In der CDU wurde Söder vorgeworfen, lange nicht erklärt zu haben, ob er überhaupt als Kanzlerkandidat antreten möchte - wohl aber Spitzen gegen Laschet abfeuere. Gleichzeitig gibt es in der CDU wiederum bei vielen Abgeordneten die Sorge, dass die schlechten Umfragewerte von Laschet schädlich für die Union und ihre Wiederwahlchancen bei der Bundestagswahl wären.

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Der CSU-Vorsitzende Markus Söder ist bereit, als Kanzlerkandidat für die Union anzutreten - ebenso wie sein Amtskollege, der CDU-Chef Armin Laschet.