BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

CSU-Chef Markus Söder hat seine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur der Union offiziell aufgegeben. In einem Statement erklärte er, CDU-Chef Laschet werde die Union in den Bundestagswahlkampf führen.

475
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"Ohne Groll": Söder verspricht Laschet Unterstützung der CSU

Nach dem Votum des CDU-Vorstands akzeptiert die CSU Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union. CSU-Chef Markus Söder sicherte dem CDU-Vorsitzenden Laschet die Unterstützung seiner Partei zu. Glückwünsche kamen auch von Kanzlerin Merkel.

475
Per Mail sharen
Von
  • Petr Jerabek

Nach dem Votum des CDU-Bundesvorstands für eine Kanzlerkandidatur seines Vorsitzenden Armin Laschet zieht sich der CSU-Vorsitzende Markus Söder aus dem Wettstreit zurück. Die Würfel seien gefallen, und Laschet werde Kanzlerkandidat der Union, sagte Söder am Mittag in München. "Die CDU hat gestern Abend getagt und entschieden", betonte der CSU-Chef. "Wir akzeptieren es, und ich respektiere es."

Söder hat nach eigenen Angaben bereits Laschet angerufen, ihm gratuliert und seine "volle Unterstützung" angeboten für den "außerordentlich schwierigen Wahlkampf, den es geben wird". Nur eine geschlossene Union könne am Ende erfolgreich sein. "Wir wollen keine Spaltung, wir wollen eine geschlossene Gemeinschaft." Die CSU werde Laschet "ohne Groll mit voller Kraft unterstützen".

CSU-Generalsekretär: "Söder war der Kandidat der Herzen"

Für sein Angebot, die Kanzlerkandidatur zu übernehmen, habe er aus ganz Deutschland "unglaublich viel Zuspruch erhalten", betonte Söder. Das habe ihn gefreut, bewegt und "etliches auch gerührt". Er bedanke sich ausdrücklich für diese Unterstützung aus der CDU - "gerade bei den Jungen, bei den Modernen, bei denen, die auf Zukunft aus waren".

Laut CSU-Generalsekretär Markus Blume war Söders Bereitschaft, zu kandidieren, ein "verdammt gutes Angebot" an die Union und das ganze Land. "Markus Söder begeistert." Söder sei erkennbar "der Kandidat der Herzen" gewesen, sagte Blume. Der CSU-Chef habe in den vergangenen Tagen gezeigt, "welche Zugkraft er für die Union entfalten kann". Umso bedeutender sei es, dass sich Söder jetzt "in den Dienst der gemeinsamen Sache" stelle.

Merkel gratuliert Laschet

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sprach Söder "großen Respekt" aus. "Ich freue mich auf einen erfolgreichen gemeinsamen Wahlkampf von CDU und CSU mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat", twittert Ziemiak. "Gemeinsam sind wir ein starkes Team!"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte dem CDU-Vorsitzenden Laschet dazu, dass er die Union als Spitzenkandidat in den Wahlkampf führen soll. "Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zur neuen Aufgabe als Kanzlerkandidat der Union", zitierte Regierungssprecher Steffen Seibert die Kanzlerin auf Twitter. "Ich freue mich auf die kommenden Monate unserer Zusammenarbeit."

Kontroverse Debatte im CDU-Vorstand

Der CDU-Bundesvorstand hatte in der Nacht nach sechsstündiger Sitzung für eine Kanzlerkandidatur seines Parteivorsitzenden Armin Laschet gestimmt: In geheimer Wahl plädierten 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern für Laschet als Kanzlerkandidaten. Für Söder stimmten 9, weitere 6 enthielten sich.

Zuvor hatte es eine sehr kontroverse Debatte in dem Parteigremium gegeben. Während der digitalen Sitzung gab es neben Unterstützung für Laschet auch viele Wortmeldungen, in denen Vorstandsmitglieder die große Sympathie an der Basis für eine Kandidatur von CSU-Chef Markus Söder betonten.

Söder hatte am Montag auf den großen Zuspruch für ihn in Teilen der CDU verwiesen, seine Bereitschaft zu einer Kandidatur bekräftigt - und die Schwesterpartei aufgefordert, die Fakten zu bewerten. Nur die CDU selbst könne entscheiden, ob eine "breite Mehrheit" für eine Entscheidung da sei. Die CSU werde einen "klaren" Beschluss zugunsten Laschets akzeptieren.

Dobrindt: Verfahren hinterlässt Fragezeichen

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, kritisierte in Berlin, wie die Kür des Kanzlerkandidaten in den vergangenen Tagen abgelaufen sei: Das Verfahren hinterlasse "durchaus einige Fragezeichen".

Es habe aber ein Ergebnis gebracht. "Und mit dem Ergebnis muss man umgehen." Dobrindt fügte hinzu: "Das Verfahren kann man - konziliant formuliert - als interessant bezeichnen."

CSU-Minister kritisiert CDU-Vorstandsbeschluss

Der CSU-Politiker und bayerische Finanzminister Albert Füracker zeigte sich derweil erstaunt darüber, dass der CDU-Vorstand die eindeutige Pro-Söder-Stimmung an eigenen Basis völlig ignoriert habe. "Fünf Monate vor der Bundestagswahl einen Beschluss gegen die eigene Basis zu fassen, ist schon sehr bemerkenswert", sagte er.

Söder wäre bereit gewesen, mit der Kanzlerkandidatur die Verantwortung zu übernehmen, betonte Füracker. "Wenn dieses Angebot nun zurückgewiesen wird, liegt die Verantwortung bei der CDU." Die Rückmeldungen, die er bekommen habe, deuteten nicht darauf hin, "dass der CDU-Vorstand mit diesem Vorgehen einen Beitrag zu neuer Geschlossenheit geleistet hat."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!