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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Christoph Soeder

In der CDU mehren sich die Stimmen, die für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union werben. Doch Söder betont erneut: "Mein Platz ist in Bayern."

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Söder als Kanzlerkandidat? Rufe aus der CDU werden lauter

In der CDU mehren sich die Stimmen, die für Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union werben. Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident betont zwar erneut: "Mein Platz ist in Bayern." Doch nicht alle in der Schwesterpartei wollen das glauben.

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  • BR24 Redaktion

Die Debatte um den Kanzlerkandidaten gewinnt in der Union weiter an Fahrt. Nun meldet sich der Berliner CDU-Landesverband zu Wort: Dessen Vorsitzender Kai Wegner wünscht sich ein Führungstandem für die Union bestehend aus dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidaten und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als CDU-Parteichef. "Nicht erst seit der Corona-Pandemie haben sich Jens Spahn und Markus Söder als starke Führungspersönlichkeiten bewiesen, die der Union Gesicht und Profil geben", sagte Wegner dem "Tagesspiegel". Beide hätten sich gerade in der Krise bewährt.

Der Hamburger CDU-Fraktionschef Dennis Thering erklärte, der neue CDU-Vorsitzende müsse nicht zwangsläufig auch der nächste Kanzlerkandidat der Union sein. "Ich persönlich könnte mir auch einen Kanzler Söder sehr gut vorstellen", sagte er der dpa. Zugleich würdigte er auch Spahn. Der Gesundheitsminister und Söder hätten in der Corona-Pandemie bewiesen, dass sie gute Krisenmanager seien, sagte Thering. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe dagegen "einige unglückliche Entscheidungen getroffen".

Die CDU will auf ihrem Parteitag im Dezember einen neuen Vorsitzenden wählen. Bislang bewerben sich Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Spahn will als Teampartner von Laschet antreten. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Unionspolitiker aus Baden-Württemberg offen dafür geworben, dass Spahn neuer CDU-Chef wird. Sie appellierten an Laschet, Merz und Röttgen, zugunsten von Spahn auf ihre Kandidatur zu verzichten. Söder wiederum liegt in Umfragen zur Kanzlerkandidatur vorn.

Markus Söder: "Mein Platz ist in Bayern"

Söder selbst betonte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland abermals: "Mein Platz ist in Bayern." Er verwies auf den aktuellen BR-BayernTrend, demzufolge eine Mehrheit der Bayern will, dass er im Lande bleibt. Diesen Wunsch nehme er sehr ernst, sagte Söder. Er zeigte sich überzeugt, dass CDU und CSU in der Frage der Kanzlerkandidatur miteinander zu einer guten Lösung kommen. Zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der von einigen CDU-Politikern als neuer Parteichef gehandelt wird, sagte Söder: "Ich schätze ihn auch."

In dem Interview forderte der CSU-Chef die Union dazu auf, sich im Bundestagswahlkampf als fortschrittliche Kraft zu präsentieren. "Wenn wir als Union den Führungsanspruch behalten wollen, müssen wir für die Zeit nach der Bundestagswahl eine Zukunftsidee entwickeln", sagte Söder. Es brauche einen Dreiklang aus Liberalismus mit klarer Abgrenzung zur AfD, Modernität mit Technologie und Digitalisierung sowie eine nachhaltige ökologisch-konservative Klimapolitik.

Ministerpräsident Kretschmer traut Söders Dementi nicht

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) glaubt, dass Söder durchaus Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur habe, trotz abermals formulierten Dementi. Auf die Frage, ob Söder seinen Platz wirklich nur in Bayern sehe und keine Lust auf die Kanzlerkandidatur habe, sagte Kretschmer der "Rheinischen Post": "Nein, das glaube ich nicht."

Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU, Carsten Linnemann, warnte den CSU-Chef davor, mit weiteren Äußerungen zur Kanzlerkandidatur Unruhe in die Unionsparteien zu bringen. CDU und CSU dürften sich jetzt nicht in Personaldebatten verheddern, sagte Linnemann dem "Spiegel". "Wenn wir uns im Herbst mit der K-Frage beschäftigen, ist das früh genug."

Linnemann, der auch stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist, forderte Söder auf, sich dann klar zu bekennen. Spätestens zum CDU-Parteitag solle die CSU klarstellen, ob sie einen Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken will, sagte der CDU-Politiker.

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