Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Mannheim hebt Bußgeld gegen Fridays for Future-Demonstranten auf | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Schüler einer Mannheimer Schule sollten 88,50 Euro Bußgeld zahlen, weil sie für einen Fridays-for-Future-Demo den Unterricht geschwänzt hatten.

Per Mail sharen

    Mannheim hebt Bußgeld gegen Fridays for Future-Demonstranten auf

    Die Bußgelder gegen vier Schüler der Klimademonstration Friday for Future in Mannheim sind wieder vom Tisch. Zuvor hatten sie vor allem für Kritik gesorgt - doch es gab auch Verständnis. Familien müssen keine 88,50 Euro zahlen.

    Per Mail sharen

    Nach breiter Kritik hat die Stadt Mannheim die Bußgelder gegen vier Familien aufgehoben, deren Kinder während der Schulzeit an Klimaprotesten Fridays for Future teilgenommen hatten.

    Familien müssen keine 88,50 Euro zahlen

    "Die Besonderheit dieser Fälle im Vergleich zum klassischen Schulschwänzen" sei zunächst nicht aufgefallen, begründete die Stadt in einer Mitteilung vom Donnerstag die Entscheidung. Für die betroffenen Familien heißt das, sie müssen die 88,50 Euro nicht zahlen.

    Kultusministerin zeigt Verständnis für Bußgeld

    Schüler, Eltern und Lehrer hatten die Bußgelder in Mannheim kritisiert, während die baden-württembergische Kultusministerin Verständnis für die Maßnahme zeigte. "Wer demonstriert und die Schule regelmäßig verpasst, der muss mit Bußgeldern rechnen." Sie trage die Entscheidung der Schule mit, sagte Susanne Eisenmann (CDU) dem SWR.

    Begründung für Bußgelder: Kette von Alternativangeboten erfolglos

    Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte die Bußgelder damit gerechtfertigt, dass diese nicht unmittelbar nach einmaligem Fehlen erteilt worden seien, sondern das Ende einer Kette mit Gesprächen und Alternativangeboten gewesen seien. Die Schule selbst wollte am Donnerstag keine Auskünfte erteilen.

    Fridays for Future Mannheim sieht Bußgeld als politische Strafe

    Für Fridays for Future Mannheim handelte es sich bei den Bußgeldern um eine politische Maßnahme. "Wir sehen das auf jeden Fall als Versuch, die Fridays-for-Future-Bewegung, beziehungsweise auch den Protest hier in Mannheim, zu unterbinden, mit allen möglichen Mitteln."

    Fridays for Future als Schulstreiks haben das Thema erst groß gemacht

    Nach Angaben eines Vertreters der Bewegung gab es noch am Donnerstag an der betroffenen Schule Kundgebungen anderer Schüler gegen die Bußgelder. Das Argument, man könne auch außerhalb der Schulzeit demonstrieren, ließ er nicht gelten: "Man sieht ja, ganz krass: Wir gehen nicht in die Schule und plötzlich ist das Thema das relevanteste. Es hat die Wahlen dominiert und deswegen finden wir auch, dass es weiterhin richtig ist, das während der Schulzeit zu machen."

    Greta Thunberg kommt am Freitag wieder nach Berlin

    Immer freitags gehen schon seit längerem Schüler und andere Aktivisten in vielen Städten Deutschlands und weltweit auf die Straße, um die Politik zum Handeln zu bewegen. Die Schwedin Greta Thunberg hatte die weltweite Klimabewegung angestoßen. Sie will am Freitag bei einer Kundgebung in Berlin eine Rede halten. Es ist Thunbergs dritter Deutschland-Besuch. Bereits im März war sie bei Klimaprotesten in Hamburg und in der Hauptstadt dabei gewesen.