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Terrorermittlung: neue Festnahmen nach Mord an Lehrer bei Paris | BR24

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In einem Pariser Vorort ist ein Geschichtslehrer ermordet worden. Präsident Macron eilte zum Tatort und verurteilte die Tat als islamistischen Terroranschlag.

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Terrorermittlung: neue Festnahmen nach Mord an Lehrer bei Paris

Ein Lehrer ist in einem Vorort von Paris auf offener Straße angegriffen und getötet worden. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter erschossen. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt. Nun wurden weitere Personen festgenommen.

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Nach der brutalen Ermordung eines Geschichtslehrers im Großraum Paris hat es fünf weitere Festnahmen im Umfeld des von der Polizei getöteten Angreifers gegeben. Das hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Samstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Damit sind derzeit neun Menschen in Polizeigewahrsam. Bei dem erschossenen mutmaßlichen Täter soll es sich nach Informationen aus Justizkreisen um einen in Moskau geborenen 18-Jährigen tschetschenischer Herkunft handeln. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Mordes in Verbindung mit einem terroristischen Unternehmen" und wegen einer "kriminellen terroristischen Vereinigung". Die Polizei hatte zuvor bereits vier Personen aus dem Familienkreis des erschossenen Täters festgenommen, darunter auch einen Minderjährigen.

Emmanuel Macron spricht von "islamistischem Terroranschlag"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als "islamistischen Terroranschlag". Das Opfer habe seine Schüler gelehrt, dass man die Freiheit habe, etwas zu glauben oder auch nicht zu glauben. Dafür sei der Mann am Freitag ermordet worden, sagte Macron. Am Freitagabend wurde der Lehrer auf offener Straße mit einem Messer attackiert und starb. Macron war noch am Abend zum Tatort gekommen und sprach dort unter anderem mit der Schulleiterin des Opfers. Er dankte ihr, dass sie die Meinungsfreiheit und die Lehre der Meinungsfreiheit gegen alle Widerstände verteidigt habe.

In der Klasse ging es um Mohammed-Karikaturen

Vor seinem Tod habe der Lehrer mit seinen Schülern über Karikaturen des Propheten Mohammed und das Thema Meinungsfreiheit diskutiert und deshalb Drohungen erhalten, sagte ein Ermittler, der nicht namentlich genannt werden wollte. Außerdem hieß es, Augenzeugen hätten berichtet, der Angreifer habe "Gott ist groß" auf Arabisch gerufen. Diese Angaben würden geprüft.

Der Geschichtslehrer wurde auf offener Straße ermordet

Am Freitagabend wurde der Lehrer auf offener Straße mit einem Messer attackiert und starb. Der Vorfall ereignete sich der Polizei zufolge auf einer Straße im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine. Zunächst hatte ein Polizei-Insider berichtet, das Opfer sei bei dem Angriff geköpft worden. Dies wurde aber offiziell nicht bestätigt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dem Lehrer sei nach Angaben der Polizei die Kehle durchgeschnitten worden.

Polizei: mutmaßlicher Täter erschossen

Der mutmaßliche Angreifer sei von einer Polizeistreife in der Nähe des Tatorts entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizisten hätten auf den Verdächtigen, der ein Messer bei sich getragen habe, geschossen. Der Bürgermeister von Éragny-sur-Oise, Thibault Humbert, sagte dem Sender BFM TV, dass der mutmaßliche Täter getötet worden sei.

"Die Ermordung eines Geschichtslehrers ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Einen Lehrer anzugreifen bedeutet, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen", schrieb der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, auf Twitter. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert - dabei starben mehr als 250 Menschen. Daher ist die Terrorgefahr fast ständig im Bewusstsein der Menschen.

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