Bild

Manfred Weber (CSU), jubelt zusammen mit Alexander Stubb (r.) aus Finnland
© dpa-Bildfunk / Markku Ulander

Autoren

BR24 Redaktion
© dpa-Bildfunk / Markku Ulander

Manfred Weber (CSU), jubelt zusammen mit Alexander Stubb (r.) aus Finnland

Mit Hinweis auf seine persönliche Verankerung in Bayern betont Weber, frisch gewählter Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP), in der Rundschau im BR Fernsehen, Brüssel müsse den Bürgern näher gebracht werden. "Ich möchte Europa den Menschen zurückgeben." Diese müssten entscheiden, in welche Richtung Europa geht. Brüssel werde als Welt der Bürokraten und Eliten wahrgenommen. Das müsse beendet werden - durch das Prinzip der Demokratie, in der Europawahl, so Weber.

"Europa ist nicht perfekt"

"Jeder kann sehen, was passiert, wenn man für Populisten abstimmt. Wir haben ein Land, das leider per Mehrheit entschieden hat, die Europäische Union zu verlassen: die Briten." Manfred Weber

Europa sei nicht perfekt, und er wolle Europa erneuern, wo es notwendig ist. Man solle Europa aber nicht - wie von vielen Populisten gefordert - verlassen oder gar zerstören.

Harter Kurs bei Türkeifrage und Außengrenzen

Weber will die Gespräche über eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei beenden. Zudem ist es ihm wichtig, die europäischen Außengrenzen zu sichern: "Keiner darf unsere Außengrenzen überschreiten, ohne dass er einen Pass hat."

Der Frage, ob er sich auch auf dem Posten des CSU-Vorsitzenden sieht, weicht Weber lächelnd aus und betont, dass er sich auf den Europa-Wahlkampf konzentrieren wolle - und auf die wichtige Aufgaben, einerseits die Populisten und Extremisten "im Griff" zu behalten und andererseits das Vertrauen der Menschen in Europa zu stärken.

Votum für Weber in Helsinki war eindeutig

Weber geht als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei ins Rennen um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Auf ihrem Parteitag in Helsinki wählte die EVP den 46-jährigen Weber mit rund 79 Prozent der Stimmen. Sein einziger Gegenkandidat, der ehemalige finnische Regierungschef Alexander Stubb, erhielt nur 20 Prozent.

Gratulation von Parteikollegen und aus Heimatgemeinde

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schickte umgehend Glückwünsche nach Finnland und sprach von einem "historischen Tag". Der Chef der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, sagte, Weber vertrete als geerdeter und authentischer Politiker die europäische Idee wie kaum ein anderer.

Auch in Webers niederbayerischer Heimatgemeinde Wildenberg, in der er viel Ansehen genießt, sind die Menschen froh über seine Wahl zum Spitzenkandidaten und trauen ihm zu, dass er im kommenden Jahr auch die Wahl gewinnt.