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Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfleiter von US-Präsident Trump

Der bereits wegen Finanzvergehen verurteilte frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, hat sich in einem weiteren Fall schuldig bekannt. Vor Gericht in Washington unterzeichnete er eine Erklärung zur Kooperation. Demnach will er vor Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre aussagen. Weitere Details sind bislang nicht bekannt.

Schwerwiegende Anklagepunkte

Die Vorwürfe gegen Manafort wiegen schwer - die Staatsanwaltschaft spricht von Geldwäsche, Falschaussage und krimineller Verschwörung. Die aufgrund der Recherchen des Mueller-Teams verfasste Anklage wirft ihm unter anderem vor, ohne vorschriftsmäßige Anmeldung für den damaligen pro-russischen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gearbeitet zu haben. Die daraus resultierenden Einnahmen in Höhe von vielen Millionen Dollar habe er über mehrere Unternehmen in und außerhalb der Vereinigten Staaten gewaschen, heißt es in der Anklageschrift. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Mit angeklagt ist der Politikberater Rick Gates. Beide Angeklagte hatten zunächst auf "nicht schuldig" plädiert. Später sagte Gates gegen Manafort aus und belastete sich gleichzeitig selbst. Da Manafort nun kooperiert, bleibt ihm ein weiteres Verfahren, das kommende Woche beginnen sollte, nun erspart. Voraussetzung ist, dass das Gericht die Vereinbarung zwischen Manafort und der Staatsanwaltschaft absegnet.

Einst ein enger Vertrauter Trumps

Manafort leitete von Juni bis August 2016 den Wahlkampf Trumps. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den wichtigen Parteitag zuständig, bei dem sich Trump die Nominierung durch seine Partei sicherte. Die Russland-Affäre stellt für Trump eine schwere Belastung seiner Präsidentschaft dar. Er bestreitet jegliche Absprachen mit Moskau über die Hackerattacken auf das Umfeld seiner früheren Wahlkampfrivalin Hillary Clinton. Die diesbezüglichen Ermittlungen prangert Trump als politisch motivierte "Hexenjagd" an.

Weißes Haus reagiert gelassen

Die gegen den 69-Jährigen vorgebrachten Anklagepunkte richten sich allerdings nicht auf den Verdacht, Trumps Wahlkampfteam könnte illegal mit Moskau kooperiert haben, sondern auf Manaforts frühere Lobbyistentätigkeit. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Manaforts Aussagen neue Informationen zur Russland-Affäre ans Licht bringen.

Das Weiße Haus reagierte in einem ersten Statement gelassen: Dass Manafort sich schuldig erklärt habe, habe nichts zu tun mit dem Präsidenten und seinem großartigen Sieg bei der Präsidentenwahl 2016, erklärte Sprecherin Sarah Sanders.