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Mallorca: Hilferuf der Tourismus-Branche nach Direkthilfen | BR24

© Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa/dpa-Bildfunk

Mit einer Aufsehen erregenden Aktion haben Hoteliers und Gastronomen und Ladenbesitzer auf Mallorca auf ihre Not aufmerksam gemacht.

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    Mallorca: Hilferuf der Tourismus-Branche nach Direkthilfen

    Am Strand von Cala Millor im Osten Mallorcas verlasen Aktivisten Forderungen nach Corona-Hilfen. Balearen-Chefin Armengol war seit jeher Kritikerin des Party-Tourismus. Nun zeigt sie sich verständnisvoll.

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    Von
    • Nora Reinhardt

    Mit einer Aktion haben Hoteliers und Gastronomen, Taxifahrer, Reiseleiter und Ladenbesitzer auf Mallorca auf ihre Not aufmerksam gemacht - und schnelle Lösungen für die coronabedingte Krise gefordert.

    Forderung nach Direkthilfen

    Der neue Interessenverband "SOS Turismo" brachte am Freitag an Fassaden und Balkonen von Hotels, Restaurants und anderen Gebäuden Hunderte von Bannern an. Die teils riesigen Fahnen mit dem Verbandsnamen und Forderungen waren an vielen Orten auf der spanischen Urlaubsinsel zu sehen. "Wir Tourismusfirmen halten nicht länger aus", heißt es in einem Manifest, das am Strand von Cala Millor im Osten der Insel von Angehörigen des Zusammenschlusses von Dutzenden Branchenverbänden vorgelesen wurde. Gefordert wurden unter anderem "direkte Hilfen und eine erhebliche Reduzierung der Steuer- und Abgabenlast".

    Balearen: Verlängerung des Lockdown bis 2. März

    Ungeachtet einer deutlichen Entspannung der Corona-Lage verlängerte die Regionalregierung der Balearen am Donnerstagabend die Zwangsschließung aller Gastronomiebetriebe und anderer Einrichtungen auf Mallorca und den Nachbarinseln Ibiza und Formentera mindestens bis zum 2. März. Leichte Lockerungen gibt es ab Montag unter anderem für Einkaufszentren und Schwimmbäder. Als Hauptgrund für die Beibehaltung der meisten Einschränkungen wird die weiterhin schwierige Lage in den Krankenhäusern angeführt.

    Urlauberzahl schon vor Monaten dramatisch eingebrochen

    Der strenge Lockdown herrscht seit dem 13. Januar. Das Gastgewerbe der Balearen leidet allerdings schon seit vielen Monaten unter den Folgen der Pandemie und dem Rückgang des Tourismus. In normalen Jahren hat die Branche einen Anteil von 35 Prozent am Regionaleinkommen. 2020 brach die Zahl der Urlauber aber um 87,4 Prozent auf nur noch 1,7 Millionen ein. Im Dezember hatten die Balearen lange die höchsten Corona-Zahlen ganz Spaniens. Im Zuge der strengen Einschränkungen wird die Lage aber seit Wochen immer besser.

    Balearen-Chefin will veränderten Tourismus auf Mallorca

    Seit Jahren kämpfen balearische Politiker gegen den sogenannten Party-Tourismus. 2016 sollte eine strikte "Verordnung für zivilisiertes Miteinander" durchgesetzt werden. Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol äußerte sich in den vergangenen Jahren immer wieder negativ über den Partytourismus auf Mallorca: "Diese Art des Tourismus interessiert uns nicht. Wir wollen einen verantwortlichen und qualitativ hochwertigen Tourismus", sagte sie etwa.

    Das "Mallorca-Magazin" zitierte sie nun am Freitag verständnisvoll: "Ein Dialog aller Beteiligten ist absolut notwendig", sagte sie während einer Pressekonferenz auf Mallorca. Sie werde viele der Forderungen aufnehmen.

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