BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/dpa | Clara Margais

Vor genau einer Woche kam für viele Mallorca-Fans die erlösende Nachricht: Deutschland stuft ihre Lieblingsinsel nicht mehr als Corona-Risikogebiet ein. An diesem Wochenende werden die ersten Zusatzflüge. Noch sind es aber wenige deutsche Touristen.

134
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mallorca füllt sich nur langsam mit deutschen Urlaubern

Vor genau einer Woche kam für viele Mallorca-Fans die erlösende Nachricht: Deutschland stuft ihre Lieblingsinsel nicht mehr als Corona-Risikogebiet ein. An diesem Wochenende starten die ersten Zusatzflüge. Noch sind es aber wenige deutsche Touristen.

134
Per Mail sharen
Von
  • Oliver Neuroth

Von Touristenmassen keine Spur: Die Playa de Palma, der viereinhalb Kilometer lange Strand vor den Toren der Inselhauptstadt, ist so gut wie leer. Nur ein paar einzelne Urlauber haben in den vergangenen Tagen ihre Handtücher in den Sand gelegt.

Das sei sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit, sagt Mallorquiner Toni. Er zählt darauf, dass sich der Strand bald wieder füllt – trotz Pandemie. Dann kann Toni auch hoffen, wieder arbeiten zu können: Er hat einen Job in einem Hotel an der Playa, das vor allem auf deutsche Kundschaft ausgelegt ist. Es ist seit Monaten geschlossen, Toni damit in Kurzarbeit. Fast jeden Tag steht er am leeren Strand und vertreibt sich seine Zeit mit Angeln. Dass Deutschland die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben hat, nennt er eine gute Nachricht.

"Klar, wir werden nicht so viele Gäste haben, wie wir es gewohnt sind. Aber immerhin ein paar kommen schon. Mallorca ist kein Risikogebiet, die Leute können entspannt hier Urlaub machen." Toni, Bewohner von Mallorca

Die Corona-Zahlen sprechen für sich: Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der Insel liegt bei knapp unter 20. Ein Traumwert aus deutscher Sicht. "Hier auf der Insel kann man sich weniger anstecken als in Deutschland!" meint dieser Urlauber, der seinen Klappstuhl im Sand aufgestellt hat. Von dort blickt er auf die leerfegte Strandpromenade mit ihren hunderten Bars, Imbissständen und Restaurants. Nur einzelne von ihnen waren in den vergangenen Wochen geöffnet.

Frühes Ende in Restaurants und Ausgangssperre auf der Insel

So langsam richtet der ein oder andere Besitzer sein Geschäft wieder für Gäste her. Doch selbst wenn der Tourismus nun wieder anläuft – Urlauber müssen sich auf Beschränkungen einstellen. "Gaststätten machen um 17.00 Uhr zu. Das heißt, ich muss dann im Hotel bleiben. Beziehungsweise kann draußen spazieren gehen – aber 22.00 Uhr ist Ausgangssperre", sagt Richard aus Dresden, der seit zwei Jahren auf Mallorca lebt. Er meint, dass Tourismus und Pandemie nicht so richtig zusammenpassen – dass sich Urlauber auf andere Ferien als sonst einstellen müssen. "Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir hier über Ostern Hunderttausende haben, wie es sonst jedes Jahr war. Wir werden höchstens einen Bruchteil davon haben."

Kein Ansturm auf die Balearen erkennbar

Gerade einmal 49 der rund 1.000 Hotels auf Mallorca sind zurzeit geöffnet. Und diese Häuser sind laut Hotelierverband FEHM zu 10 bis 15 Prozent ausgelastet. Der Reiseanbieter TUI spricht von einer weiterhin hohen Nachfrage nach Mallorca-Reisen, man verzeichne etwa doppelt so viele Anfragen wie für die Osterferien 2019. Am Wochenende starten die ersten TUIfly-Maschinen Richtung Mallorca, dazu öffnen einzelne größere Hotels. Doch von einem Urlauberansturm will auch der Tourismusminister der Balearen, Iago Negueruela, nicht sprechen.

"Die Hotelbranche öffnet nur einen sehr kleinen Teil ihrer Häuser. Wir müssen bedenken, dass vorerst keine britischen Urlauber zu uns kommen. Und: Die Regionen auf dem spanischen Festland sind in der Osterwoche für Reisende abgeriegelt, von dort können wir niemanden erwarten. Wichtige Touristengruppen fallen somit weg." Iago Negueruela, Tourismusminister der Balearen

Regierung betont besondere "Sicherheit" der Inseln vor Corona

Die Regierung betont aber, dass Urlaub auf den Balearen sicher sei. Im vergangenen Sommer habe man gesehen, dass kaum ein Tourist das Virus auf die Insel oder zurück in seine Heimat gebracht habe. Virusausbrüche habe es eher unter Einheimischen gegeben. Dieser Mallorca-Resident aus dem Ruhrgebiet befürchtet, dass das wieder passieren könnte. "Ich bin mir da nicht so sicher. Keiner weiß, wie lange das hier gut geht. Es ist alles nur eine Zeiterscheinung." Ob die Tourismusbranche auch mit einer Sommersaison auf Mallorca planen kann – wenn Corona eines gelehrt hat, dann, dass Prognosen äußerst schwierig sind.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!