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Merkel und Macron bei der Gedenkfeier in Paris
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Torsten Teichmann
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Merkel und Macron bei der Gedenkfeier in Paris

Der Tag in Paris endet mit einer Warnung vor nationalen Alleingängen. Auf dem sogenannten Friedensforum erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass aktuelle Gefahren in den meisten Fällen nicht allein gelöst werden könnten, sondern nur gemeinsam.

Sie erinnerte an den Ersten Weltkrieg. Der Krieg zeige mit seinem sinnlosen Blutvergießen, wohin nationale Selbstherrlichkeit und militärische Überheblichkeit führen können. Merkel sagte, sie sei in Sorge, dass sich wieder nationales Scheuklappendenken ausbreitet.

"Wir sehen doch, dass internationale Zusammenarbeit, friedlicher Interessenausgleich, ja selbst das europäische Friedensprojekt wieder infrage gestellt werden." Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

"Der letzte Moment der Einheit?“

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte zu Beginn des Friedensforums, die Geschichte werde darüber urteilen, ob das gemeinsame Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs als "Symbol für den dauerhaften Frieden zwischen den Nationen“ oder als "letzter Moment der Einheit" vor einer neuen Ära des Chaos wahrgenommen werde. "Es liegt nur an uns."

Zuvor hatte Macron bei einer Zeremonie unter dem Arc de Triomphe bereits die Gelegenheit genutzt, den Gästen aus aller Welt ins Gewissen zu reden. Patriotismus sei das Gegenteil von Nationalismus, sagte Macron. Nationalismus sei Verrat am Patriotismus.

Trump bleibt dem Friedensforum fern

Marcon stellte sich damit ausdrücklich gegen nationale Alleingänge wie sie zum Beispiel US-Präsident Trump mit seinem Slogan "Amerca first" verlangt. Trump nahm zum Abschluss seines Besuchs in Frankreich nicht am Friedensforum teil. Der US-Präsident ehrte in derselben Zeit auf dem Soldatenfriedhof in Surennes amerikanische Opfer des Krieges.

116.000 Mitglieder des US-Militärs sind im Ersten Weltkrieg gefallen. Der Sieg der Alliierten sei teuer erkämpft gewesen, aber es war ein großer Sieg, so Trump wörtlich. Gestern hatte er noch eine Ehrung von gefallenen US-Soldaten wegen schlechten Wetters in Paris platzen lassen.

Angela Merkel und Emanuel Macron beim Friedensforum in Paris

Angela Merkel und Emanuel Macron beim Friedensforum in Paris