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Macron kommt "Gelbwesten" entgegen | BR24

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Macron kommt "Gelbwesten" entgegen

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Macron kommt "Gelbwesten" entgegen

Höherer Mindestlohn und Steuererleichterungen: Nach wochenlangen Protesten geht Frankreichs Präsident Macron auf die "Gelbwesten" zu. Zugleich verurteilte er die Gewalt auf den Straßen.

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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat der "Gelbwesten"-Bewegung weitreichende Zugeständnisse gemacht. In einer Rede an die Nation kündigte er an, den Mindestlohn zu erhöhen. Dieser soll im nächsten Jahr um 100 Euro monatlich steigen. Das war eine der zentralen Forderungen der Protestbewegung.

Außerdem kündigte Macron schnelle Steuererleichterungen an. So solle es unter anderem auf Überstunden weder Steuern noch Sozialabgaben geben. Der Staatschef will ferner eine Entlastung für Rentner, die über weniger als 2.000 Euro monatlich verfügen: Für sie werde 2019 die Erhöhung der Sozialabgaben ausgesetzt, sagte er.

Macron übernimmt "Teil der Verantwortung"

Macron betonte, er übernehme für die aktuelle Krise einen "Teil der Verantwortung". In seiner Ansprache kritisierte er aber auch die "unzulässige Gewalt" bei Protesten gegen seine Politik und versprach, die Ruhe mit "allen Mitteln" wiederherzustellen.

Macron zeigte Verständnis für die Franzosen, die hart arbeiten und trotzdem nicht über den Monat kommen. Dazu zählte er Alleinerziehende aber auch Familien mit vielen Kindern und Behinderte.

Proteste der "Gelbwesten"

Die Proteste hatten vor etwa vier Wochen in abgehängten Provinzen begonnen und entwickelten sich zu Ausschreitungen in der Hauptstadt. Am Samstag waren wieder weit mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen, davon mindestens 10.000 in der Hauptstadt.

Ihre Teilnehmer werden "Gelbwesten" genannt, weil viele von ihnen Warnwesten tragen. Zunächst richteten sich die Proteste gegen eine geplante Kraftstoffsteuererhöhung, die die Regierung inzwischen verschoben hat.