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Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska

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    Machtkampf in Bosnien-Herzegowina

    Bosniens Serben haben ein Referendum abgehalten, das gegen die Verfassung verstößt. Nun lädt der oberste Staatsanwalt den Präsidenten der Republika Srpska als Beschuldigten vor. Ein Machtkampf mit ungewissem Ausgang ist im Gange.

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    Milorad Dodik werde vorgeworfen, die Abstimmung zur Beibehaltung des von Serben begangenen Nationalfeiertags am 9. Januar organisiert zu haben, trotz eines Verbots von Seiten des bosnischen Verfassungsgerichts. Das meldet die Nachrichtenagentur Fena.

    Die Serben hatten sich mit fast 100-prozentiger Mehrheit für ihren Feiertag ausgesprochen. Zuvor hatte die oberste Justizinstanz eine Verlegung des Feiertages angeordnet. Das Referendum sollte diese Entscheidung aushebeln.

    Neue Spaltung befürchtet

    Die USA und die EU hatten versucht, die Abstimmung zu verhindern. Sie sehen in ihr einen Schritt in die immer wieder angedrohte Abspaltung der serbischen Landeshälfte vom Gesamtstaat.

    Die Medien in Sarajevo spekulierten, das Ausland könne den Serbenführer Dodik jetzt mit Sanktionen bestrafen. So reagierten die Überwacher des Dayton-Abkommens empört auf Milorad Dodiks Widerstand und auf dessen Drohungen mit neuen Kämpfen.

    "Solche Ausdrücke haben wir in den vergangenen 20 Jahren nicht gehört." Der internationale Bosnien-Beauftragte, der österreichische Diplomat Valentin Inzko

    Zündelt Russland?

    Tatsächlich vermuten Experten vermuten einen Zusammenhang zum Ukraine-Konflikt.

    "Die russische Wirtschaft leidet sehr unter den westlichen Sanktionen. Wenn Russland dem Westen im Gegenzug Probleme bereiten kann, dann sei es drum. Egal, ob das Bosnien in Konflikte zurückwirft. Es ist einfach nur ein guter Weg, um dem Westen Schwierigkeiten zu machen." Balkan-Kenner und Buchautor Tim Judah

    Tatsächlich war Milorad Dodik kurz vor dem Referendum nach Moskau gereist - Russland hatte das Referendum unterstützt.