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Coronavirus hat Europa erreicht - Fälle in Frankreich

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Lungenkrankheit: Coronavirus hat Europa erreicht

Das Coronavirus greift von China aus weiter um sich. Aus immer mehr Ländern werden Infektionen und Verdachtsfälle gemeldet. Nun ist die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit erstmals in der EU aufgetreten.

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Das aus China stammende Coronavirus lässt immer mehr Menschen an einer neuen Lungenkrankheit sterben und hat inzwischen auch Europa erreicht. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete über mittlerweile 41 Todesopfer und knapp 1.300 Infizierte in der Volksrepublik - rund ein Drittel mehr als noch am Vortag. Inzwischen gibt es auch in Frankreich als erstem Land der EU bestätigte Infektionen.

Drei Infizierte in Frankreich

Drei Patienten befinden sich in Frankreich derzeit unter Quarantäne im Krankenhaus, wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte. Ein Fall trat demnach in Bordeaux auf, die anderen beiden Lungenerkrankungen wurden in Paris diagnostiziert. Alle Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten, hieß es. Jeder, der in engem Kontakt mit den drei Infizierten stand, solle überprüft werden. Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. "Wir müssen eine Epidemie behandeln wie einen Flächenbrand."

In Bordeaux handelt es sich den Angaben zufolge um einen 48-jährigen Mann, der über Wuhan aus China zurückgekehrt war. In der chinesischen Millionenmetropole waren Anfang des Jahres die ersten Fälle der neuen Lungenkrankheit aufgetreten.

Frankreichs Gesundheitsministerin Buzyn schloss nicht aus, dass es noch weitere Fälle geben könnte. Die bisher Erkrankten seien aufgrund der effektiven Schnelltests zügig identifiziert worden. Man werde nun täglich über die laufenden Entwicklungen informieren. Frankreichs Außenministerium erklärte, in Wuhan werde ein Busdienst eingerichtet, mit dem französische Staatsbürger die Großstadt verlassen könnten

Krankenhausarzt stirbt an Virus

Bestätigte Fälle wurden zuletzt auch aus anderen asiatischen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan gemeldet. Aus den US-Großstädten Seattle und Chicago wurde jeweils eine Erkrankung gemeldet. In Australien bestätigten die Behörden den ersten Krankheitsfall. Eine Person aus China sei in einem Vorort von Melbourne im Krankenhaus, teilten Behördenvertreter mit. Der Patient sei am 19. Januar aus dem chinesischen Guangzhou eingereist.

In China ist besonders die Provinz Hubei betroffen. Staatliche Medien melden, dass dort ein Krankenhausarzt an der Infektionskrankheit gestorben sei. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, hat China den 43 Millionen Bewohnern von zwölf Städten in der schwer betroffenen Provinz Hubei drastische Restriktionen auferlegt.

Nah- und Fernverkehr wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt, zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden. In Wuhan gibt es besonders viele Infektionen, weil das Virus dort - vermutlich auf einem Markt - von einer Wildtierart auf den Menschen übersprang. Die USA kündigten an, das Personal ihres Generalkonsulats und deren Familien aus Wuhan abzuziehen.

"Keine großen Infektionsketten"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts relativierte die länderübergreifende Gefahr durch das neue Virus. "Außerhalb Chinas gibt es bisher keine großen Infektionsketten", sagte Lothar Wieler im "heute-journal" des ZDF. Allerdings betonte der Mikrobiologe, man könne die Schwere der dadurch verursachten Erkrankung noch nicht genau beurteilen. "Wir haben keine vollständigen Informationen", sagte Wieler.

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