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Luisa Neubauer

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    Fridays for Future will "in jeder Ecke" mobilisieren

    Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat für die kommenden Monate groß angelegte Proteste der Fridays for Future-Bewegung angekündigt. Ziel sei es, die Politik zu einem Handeln zu bewegen "wie es die Klimakrise tatsächlich erfordert".

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    • BR24 Redaktion

    Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer wirft der Bundesregierung vor, die Folgen des Klimawandels weiterhin zu verharmlosen. Die "Fridays for Future" Bewegung werde deshalb nun den Druck auf die Politik mittels groß angelegter landesweiter Protestaktionen erhöhen, so Neubauer.

    "Wir werden in den nächsten Monaten in jeder Ecke des Landes und jeder Generation mobilisieren, hunderte Proteste organisieren und dafür sorgen, dass im besten Falle Menschen überall anfangen, die Klimakatastrophe - und die eigene Stimme bei der Wahl - so ernst zu nehmen wie möglich", sagte Neubauer der "Rheinischen Post".

    Enttäuschung über die Politik

    Neubauer betonte, die Bewegung sei "kein Selbstzweck". "Wir machen diese Proteste ja mit dem Ziel, dass sie überflüssig werden und die Politik selbst so handelt, wie es die Klimakrise tatsächlich erfordert", sagte die Klimaaktivistin. Vor der Corona-Pandemie habe die Bewegung im politischen und öffentlichen Bewusstsein viel erreicht und die Hoffnung gehabt, "dass sich dieses Bewusstsein dann in der realen Politik niederschlagen und materialisieren würde. So kam es nicht."

    Hochwasserkatastrophe kein "dummer Zufall"

    Auch in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" warf Neubauer am Mittwoch der Bundesregierung vor, zu wenig gegen den Klimawandel unternommen zu haben. Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sei kein "Unglück und ein dummer Zufall", sondern "die Konsequenz der Weigerung, wissenschaftliche Warnungen ernst zu nehmen".

    Hätte sich die Politik richtig verhalten, dann hätten viele Schäden verhindert werden können, so Neubauer: "Wir müssen jetzt den Menschen vor Ort helfen. Aber es ist zynisch und verlogen, wenn man jetzt sagt, man helfe den Leuten, und dann am Schreibtisch in Berlin dafür sorgt, dass wir noch mehr von diesen Katastrophen erleben müssen."

    Die Politik tue so, "als könne uns die Klimakrise nichts anhaben." Bei der aktuellen Katastrophe habe man aber gesehen, wie Wohlstand vernichtet wurde. Darum müsse man beim Thema Klimaschutz auf die Menschen vor Ort und auf die Wissenschaft hören. "Die Klimakrise kostet nicht nur Wohlstand, sie kann auch Menschenleben fordern."

    Vorwürfe in Richtung Bayern

    Es fehle an Taten zur Bewältigung der Klimakrise, sagte Neubauer und führte als Beispiel Bayern an. Dort seien im vergangenen Jahr nur ganze acht Windkraftwerke genehmigt worden. Besonders CDU und CSU warf Neubauer vor, noch keinen Plan gegen die Klimakrise zu haben. "Lasst uns nicht warten, bis dieser Laden in die Pötte kommt", sagte sie.

    Wetterextreme "nachweislich immer schlimmer"

    Schon unmittelbar nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands hatte Neubauer der Bundesregierung vorgeworfen, die Folgen des Klimawandels seit langem zu verharmlosen. Seit Jahrzehnten befeuere die Bundesregierung den Klimawandel, während die Wetterextreme "nachweislich immer schlimmer" würden, erklärte Neubauer. Auf die Katastrophe sei das Land nicht vorbereitet gewesen: "Weder Menschen noch Infrastruktur sind für diese Klimakatastrophe gebaut, das ist heute offensichtlicher denn je."

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