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BR24Live: Lockerungen für Geimpfte - alles im Lot?

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Lockerungen für Geimpfte - alles im Lot?

Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene sind nun beschlossene Sache. Diese dürfen nun abends wieder vor die Tür und ohne Test zum Friseur. Und was ist mit den Grundrechten der anderen? Darüber wurde bei BR24 engagiert diskutiert.

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Von
  • Barbara Kostolnik
  • BR24 Redaktion

Der Bundestag hat gestern Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene beschlossen. Das heißt: Sie können – wenn die Bundesländer heute grünes Licht geben – künftig auch abends vor die Tür, trotz Ausgangssperre. Außerdem dürfen sie zum Friseur und zwar ohne Test – und sie dürfen mehr Menschen treffen und Sport machen. Ist jetzt alles gut?

Und was ist mit dieser so oft zitierten Befürchtung: "Bekommen wir jetzt nicht doch die Impfpflicht durch die Hintertür?" Über dies alles diskutierten Sabine Dittmar, SPD-Gesundheitsexpertin und Daniel Föst, Chef der Bayern-FDP im BR24Live - und es ging durchaus zur Sache.

Streit ums Angstszenario Impfpflicht durch die Hintertür

Auf gar keinen Fall dürfe eine Impflicht eingeführt werden, so Daniel Föst. Die Bundesregierung habe mit Astrazeneca schon genug Vertrauen verspielt. Längst seien mehr Freiheiten für alle möglich, Grundrechte müssten den Menschen unbedingt sofort zurückgegeben werden. Die Gesundheitsexpertin sieht das anders: Der Impfturbo sei angeworfen, 88 Prozent der Menschen seien bereit, sich impfen zu lassen - es sei toll, was wir derzeit erleben. Und man sei ja auch durchaus schon dabei, den Genesenen und Geimpften Grundrechte zurückzugeben.

Und bei den Menschen, die derzeit noch keine Impfung bekommen hätten, so Föst? Es bestehe die Gefahr einer 2-Klassen-Gesellschaft, und dies sein unbedingt zu verhindern. Eine Einschränkung der Grundrechte müsse der Staat in jedem Fall rechtfertigen. Die derzeit nach unten gehenden Inzidenzen seien nicht auf die Notbremse zurückzuführen, sondern auf die bereits getätigten Impfungen.

"Wir sind derzeit einfach immer noch in der dritten Welle"

Die Gesundheitsexpertin dagegen sieht eine gute Perspektive. Von pauschalen Verboten könne nicht die Rede sein, Ausgangsbeschränkungen gälten ja nur bei einer Inzidenz über 100. Wir seien derzeit immer noch in der dritten Welle - wir brächen sie gerade, doch derzeit seien diese Schritte einfach noch notwendig.

Es gälten Ausgangsbeschränkungen, obwohl man längst wisse, dass draußen das Ansteckungsrisiko weit geringer sei, hält Föst dagegen. Das sei nicht zu rechtfertigen. Wolle man lokale Ausbrüche verhindern, müsse man den Menschen doch sagen - geht raus! Pauschale Verbote brächten nichts, und auch nicht der blanke Fokus auf die Inzidenz.

Dittmar: Belastungsgrenzen der Intensivstationen beachten

Uneinigkeit auch bei der Problematik der Auslastung der Intensivstationen: Seit Monaten sei die Auslastung mit Corona-Patienten dort stabil bei etwa 20 Prozent. Es müssten Kapazitäten ausgebaut werden, so der bayerische FDP-Chef. Alles bereits längst im Gange, so Dittmar - und auch etwa Herzinfarkt-Patienten und Personal müsse man im Auge behalten.

Insgesamt läge die Auslastung der Intensivstationen derzeit bei etwa 90 Prozent und sei damit zu hoch.

BR24Live: Sind Lockerungen für Geimpfte gerechtfertigt?

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BR24Live: Sind Lockerungen für Geimpfte gerechtfertigt?

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