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Klöckner und Scheuer über Versorgungslage | BR24

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Julia Klöckner in der Pressekonferenz am Donnerstag, 26.03.2020.

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Klöckner und Scheuer über Versorgungslage

Wie steht es um die Lebensmittelversorgung, die Logistik und die Mobilität in Deutschland in Corona-Zeiten? Bundesverkehrsminister Scheuer und Bundesagrarministerin Klöckner informierten auf einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand.

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Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf den Verkehr, die Landwirtschaft und die Supermärkte in Deutschland. Über die aktuelle Lage informierten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) ab 13.30 in Berlin. Dabei ging es um die Situation im Personen- und Güterverkehr sowie bei Lieferketten - hier wirken sich auch Reisebeschränkungen an den deutschen Grenzen aus.

Größte Herausforderung: Verfügbarkeit von Fahrern und Lkw

Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben in einer Kurzbefragung die Auswirkungen des neuen Coronavirus auf die Logistikbranche untersucht. Sie haben herausgefunden, dass aktuell alle Lieferketten aufrechterhalten und 20 Prozent mehr Lebensmittel transportiert werden können. Die größte Herausforderung stelle derzeit die Verfügbarkeit von Fahrern und Lkw dar.

Steigerungen im Lebensmittelbereich um 20 Prozent

Während sich in vielen Transportbereichen ein Rückgang des Aufkommens abzeichnet, ist im Lebensmittelbereich eine Steigerung um etwa 20 Prozent über dem normalen saisonalen Niveau festzustellen. Hierbei handelt es sich vor allem um das Auffüllen leerer Bestände in den Supermärkten. Um die Lücken in den Sortimenten zu füllen, strukturieren sich die Lieferketten um, sodass beispielsweise die Läden bei bestimmten Produkten direkt von den Produzenten und Großhändlern beliefert werden.

Positiv: Staufreie Fahrt für Lieferanten

Die Umfrage des DLR brachte auch positive Effekte in Krisenzeiten hervor. Dienstleister im städtischen Lieferverkehr freuen sich darüber, dass es keine Staus mehr gibt, auch nicht in den Spitzenzeiten. Auch das Miteinander zwischen Dienstleistern und Empfängern ist einfacher geworden. So berichten Logistik-Unternehmen, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Handel besser gestalte als vor der Krise: Die Kunden seien flexibler und gesprächsbereiter. Wenn Anlieferungen sich verzögerten, würden sie auch am nächsten Tag noch angenommen. So etwas wäre vor der Krise nicht denkbar gewesen, so ein Ergebnis der Umfrage des DLR.

Milliardenhilfe vom Bundestag beschlossen

Gestern hatte der Bundestag Schulden in dreistelliger Milliardenhöhe für Hilfen an Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise erlaubt. Eine große Mehrheit von 469 Parlamentariern votierte bei namentlicher Abstimmung für den von der Bundesregierung vorgelegten Nachtragshaushalt, der eine Nettokreditaufnahme in Höhe von rund 156 Milliarden Euro vorsieht. Mit den Mitteln sollen zahlreiche Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen und Gesundheitssystem, von Familien, Mietern und kleinen Selbstständigen finanziert werden.

© dpa/pa/Thomas Frey

Julia Klöckner (CDU), Bundeslandwirtschaftsministerin, besucht das Zentrallager des Lebensmitteldiscounters ALDI in Bingen (20.03.2020).

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