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Ticker zu Hanau: Stadt bereitet zentrale Trauerfeier vor | BR24

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Nach der Bluttat von Hanau gab es in mehreren deutschen Städten Mahnwachen. Auch in Bayern kamen die Menschn zum stillen Gedenken zusammen.

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Ticker zu Hanau: Stadt bereitet zentrale Trauerfeier vor

Nach der Gewalttat in Hanau sind Tausende Menschen auf Mahnwachen. Die Grünen fordern einen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus in Deutschland. Die hessische Stadt bereitet mit den Angehörigen eine zentrale Trauerfeier für die Anschlagsopfer vor.

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Das Wichtigste in Kürze:

* Im hessischen Hanau hat ein Mann in der Nacht auf Donnerstag zehn Menschen und sich selbst getötet und sechs weitere verletzt. Nach Polizeiangaben fielen die ersten Schüsse in einer Shisha-Bar am Heumarkt in der Hanauer Innenstadt, später auch in einer zweiten Shisha-Bar im nur wenige Kilometer entfernten Stadtteil Kesselstadt. Spezialkräfte fanden den mutmaßlichen Täter später tot in seiner Wohnung. Neben ihm lag seine Mutter - ebenfalls leblos und mit Schusswunden.

* Alle Toten - außer dem Täter und seiner Mutter - haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Migrationshintergrund. Drei der Toten haben eine deutsche Staatsangehörigkeit, zwei eine türkische, eine bulgarische und eine rumänische. Ein Mensch kommt aus Bosnien-Herzegowina und ein Opfer hat eine deutsche und afghanische Staatsangehörigkeit. Die Angaben gehen aus einer E-Mail des LKA hervor, die an die Stadt Hanau ging.

* Der mutmaßliche Täter soll der 43-jährige gebürtiger Hanauer Tobias R. sein, der zuvor nicht einschlägig bekannt war. Er war Sportschütze und legal im Besitz einer Waffe.

* Es gibt ein angebliches Bekennerschreiben, außerdem mehrere Videos, die sich dem Verdächtigen zuordnen lassen. Darin äußert R. wirre Verschwörungstheorien, die auf ein rassistisches Weltbild schließen lassen; es gibt aber keine konkreten Hinweise auf eine bevorstehende Gewalttat. Bestätigen sich die ersten Einschätzungen, wäre die Tat nach der Ermordung des CDU-Politikers Walter Lübcke und dem Anschlag von Halle der dritte rechtsextremistisch motivierte Anschlag innerhalb eines Jahres.

* Der Generalbundesanwalt hat wegen Terrorverdachts die Ermittlungen übernommen.

* Für die Betroffenen des Anschlags wurde unter der Nummer 0800-0009546 ein Hilfetelefon eingerichtet.

16:25: LKA warnt vor Fake -Spekulationen zum Tathergang in Hanau

Das hessische Landeskriminalamt warnt vor Falschinformationen im Zusammenhang mit dem Anschlag von Hanau. Es gebe derzeit vermehrt Spekulationen über den Tathergang, teilte das LKA am Samstag mit. Diese tauchten aus verschiedenen Quellen in den sozialen Medien auf. Aus Sicht der hessischen Polizei gebe es zur Zeit "keinen Grund, in diesem Zusammenhang von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen." Allen Hinweisen werde akribisch nachgegangen. Das LKA bat eindringlich, "jegliche Spekulationen durch ungesicherte Quellen kritisch zu prüfen und diese auf keinen Fall ungefiltert weiter zu verbreiten".

Das Betroffenen-Informationszentrum der Polizei in Hanau wurde derweil am Samstag geschlossen. Laut LKA konnte dort seit Eröffnung am Freitagmorgen mehreren Hundert Betroffenen und Angehörigen der Opfer geholfen werden. Die weitere Betreuung der Opferfamilien übernehmen laut LKA Kontaktbeamte der hessischen Polizei in Kooperation mit der Hanauer Hilfe und dem Weißen Ring.

16:00: 350 Teilnehmer bei Mahnwache in Nürnberg

Unter dem Motto "Rechtem Terror entgegentreten in Hanau und überall" protestierten am Samstagnachmittag rund 350 Menschen in der Nürnberger Innenstadt. Damit wollten die Teilnehmer ihre Solidarität zu den Demonstranten in Hanau zeigen, wo zeitgleich ein Protest gegen rechte Gewalt stattfand. Die Route in Nürnberg führte auch an dem Ort vorbei, wo 1999 der erste Anschlag der NSU in Bayern verübt wurde. Die Veranstalter sehen den Anschlag vom Mittwochabend in Hessen, bei dem zehn Menschen und der Täter ums Leben kamen, als Angriff auf die plurale Gesellschaft und wollen mit dem Protest ihre Wut und Trauer auf die Straße tragen, heißt es.

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Auch zwei Tage nach dem Anschlag von Hanau mit insgesamt elf Toten haben sich am Abend an vielen Orten in Bayern Menschen zu Mahnwachen und Kundgebungen versammelt und Zeichen gegen Rassismus und rechte Gewalt gesetzt.

13:20 Stadt Hanau bereitet zentrale Trauerfeier für Anschlagsopfer vor

Hanau plant eine zentrale Trauerfeier der Stadt für die Opfer der mumaßlich rassistisch motivierten Bluttat. Sie soll mit den Angehörigen sowie den Bundes- und Landesbehörden vorbereitet werden. Das teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) berief für Montag eine Sondersitzung des Runden Tischs der Religionen ein. "Wir wollen sichergehen, dass wir immer nach den wirklichen Bedürfnissen der Angehörigen handeln", sagte Kaminsky. "In diesem Rahmen werden wir klären, wie den verschiedenen Bedürfnissen rund um die Trauer Sorge getragen werden kann." Dem Gremium gehören laut Stadt 36 Hanauer Kirchen- und Religionsgemeinschaften an, die sich regelmäßig treffen.

13:00 Mahnwache in Schweinfurt

In Schweinfurt wurde mit einer Mahnwache an die Opfer in Hanau gedacht. Dazu versammelten um 13:00 über 100 Personen. Zu der Mahnwache auf dem Albrecht-Dürer-Platz rief das Bündnis "Schweinfurt ist bunt" auf. Laut Bündnissprecher Frank Firsching wolle man mit der Mahnwache auf den wachsenden Rassismus und Rechtsextremismus aufmerksam machen. Darüber hinaus erklärte Firsching, dass seit der Wiedervereinigung in Deutschland etwa 200 Menschen von Rassisten, Rechtsextremen und Rechtsterroristen getötet worden seien. Die jüngsten Anschläge in Halle und nun auch in Hanau, der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Lübke und die Mordserie der NSU würden nur die Spitze des Eisbergs darstellen. "Mit der Mahnwache wollen wir auch ein Zeichen für ein friedliches, solidarisches und tolerantes Schweinfurt setzen", bekräftigt Firsching. Die Mahnwache verlief friedlich.

08:37 Uhr: Sofortmaßnahmen und Aktionsplan gegen Rechtsextremismus gefordert

Nach dem Anschlag in Hanau mit elf Toten dringen die Grünen im Bundestag auf einen schnellen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus in Deutschland. Zu den Sofortmaßnahmen sollen ein Krisenstab, ein Rassismus-Beauftragter und schärfere Waffengesetze gehören. Die FDP forderte, kleinere Verfassungsschutzämter zusammenzulegen. Grünen-Chef Robert Habeck sagte in der "Passauer Neuen Presse", die AfD solle als Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz beobachtet werden. Zuvor hatte das schon SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gefordert.

Der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke, sagte zu, dass die engsten Angehörigen der Opfer der Gewalttat in einigen Tagen eine Soforthilfe von 30.000 Euro erhalten werden. In mehreren deutschen Städten wandten sich auch am Freitagabend wieder Demonstranten gegen rechte Gewalt und Intoleranz. Weitere Kundgebungen sind an diesem Wochenende geplant.

23:34 Uhr: Herrmann gibt AfD indirekte Mitschuld

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt im BR-Interview der AfD eine indirekte Mitschuld an dem Terroranschlag von Hanau. Es gebe "sicherlich keinen unmittelbaren Zusammenhang" aber "so etwas wie geistige Brandstiftung in unserem Land".

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Innenminister Joachim Herrmann in der Rundschau zur Sicherheit im Netz.

19:39 Uhr: Aufruf zu Solidarität und Schutz bei Kundgebung in Hanau

Ein Hanauer Bündnis hat nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in der hessischen Stadt ehrliche Solidarität und Einstehen gegen Rassismus gefordert. "Hanau ist die Stadt der Migration", sagte Newroz Duman vom Bündnis "Solidarität statt Spaltung" bei einer Kundgebung mit 600 Teilnehmern an einem der Tatorte des Attentats. "Dass so eine Tat in dieser Stadt passiert ist, macht uns alle unfassbar wütend, unfassbar traurig."

17:48 Uhr: Seehofer will in bestimmten Fällen zusätzliche medizinisches Gutachten für Waffenbesitzer

Nach dem Anschlag von Hanau plädiert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unter bestimmten Voraussetzungen für zusätzliche Psychotests für Inhaber eines Waffenscheins. Er brachte gegenüber der "Bild"-Zeitung "ein medizinisches Gutachten oder eine ärztliche Bestätigung" ins Gespräch. Es müsse gewährleistet sein, "dass da alles in Ordnung ist und die Verwirrung oder die Krankheit einer Person nicht zur Gefahr für die Allgemeinheit werden".

Seehofer sagte, sollten die Ermittlungen im Fall Hanau einen Anhaltspunkt dafür ergeben, "dass wir früher hätten eingreifen müssen, was den Waffenschein betrifft, dann müssen wir das ändern". Bereits jetzt werde ein Sportschütze oder Jäger, der einen Waffenschein bekommen hat, regelmäßig "auf seine persönliche Zuverlässigkeit geprüft". Diese Prüfung müsse künftig vertieft werden, sagte der Bundesinnenminister.

17:29 Uhr: Herrmann attackiert AfD

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gibt im BR-Interview der AfD eine indirekte Mitschuld an dem Terroranschlag von Hanau. Zwar gebe es "sicherlich keinen unmittelbaren Zusammenhang zu einer konkreten Tat" – aber es gebe "so etwas wie geistige Brandstiftung in unserem Land." Und Herrmann weiter: "Wer systematisch Ausländerhass und Ausländerhetze befördert, der trägt natürlich dazu bei, dass sich der eine oder andere ermutigt sieht, er müsse jetzt etwas tun."

16:48 Uhr: Herrmann will keine totalitäre Überwachung im Netz

Der bayerische Innenminister Herrmann hat vor wilden Spekulationen zum Muster des Täters gewarnt. Im Interview mit der BR sagte er, dass jetzt zuerst sorgfältig die Hintergründe ermittelt werden sollen. Erst dann könne man Schlüsse für die Zukunft ziehen. Eine grundsätzliche Möglichkeit für mehr Schutz könne laut Herrmann die Einführung eines "Gefährderregisters" für Rechtsextremisten, ähnlich wie es das schon für radikale Islamisten gibt, sein.

Herrmann betonte, dass man weiterhin alles Menschenmögliche für die Sicherheit tun werde. Gleichzeitig warnte der Minister aber auch davor, zu glauben, dass es eine perfekte Überwachung geben könnte. Eine totale staatliche Kontrolle, wie etwa in China, wolle man hier nicht, so Herrmann.

16:45 Uhr: Opfer von Hanau erhalten Soforthilfe

Die Bundesregierung hat indes angekündigt, die Angehörigen der Opfer der Gewalttat von Hanau finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Aus dem Fond für Härteleistungen könnten innerhalb von zwei Wochen Soforthilfen bis zu 30.000 Euro ausgezahlt werden, sagte der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke. Damit könne das schreckliche Leid des Verlusts der eigenen Eltern oder Kinder nicht gelindert werden. Aber zumindest sei es eine Hilfe für die nötigsten Dinge, die in diesem Moment wichtig sind, so der SPD-Politiker.

16:07 Uhr: LKA nennt Staatsangehörigkeiten der Opfer

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) hat die Nationalitäten der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau aufgelistet. Drei der Toten haben eine deutsche Staatsangehörigkeit, zwei eine türkische, eine bulgarische und eine rumänische. Ein Mensch kommt aus Bosnien-Herzegowina, und ein Opfer hat eine deutsche und afghanische Staatsangehörigkeit. Die Angaben gehen aus einer E-Mail des LKA hervor, die an die Stadt Hanau ging.

Hinzukommen bei den Toten die deutsche Mutter (72) des Attentäters und der 43-jährige Sportschütze, der nach den Schießereien in Hanau seine Mutter und sich umbrachte. Unter den Verletzten sind laut LKA je zwei Menschen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit und einer mit deutsch-afghanischer Zugehörigkeit.

14:55 Uhr: Generalbundesanwalt bestätigt Kontakt mit mutmaßlichem Täter

Generalbundesanwalt Peter Frank hat bestätigt, dass die Bundesanwaltschaft schon im vergangenen November Kontakt mit dem mutmaßlichen Attentäter von Hanau hatte. Damals sei bei seiner Behörde eine Anzeige des Mannes eingegangen. Er habe darin Strafanzeige gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation gestellt und darin zum Ausdruck gebracht, dass es eine übergreifende große Organisation gebe, die vieles beherrsche, "sich in die Gehirne der Menschen einklinkt und dort bestimmte Dinge dann abgreift, um dann das Weltgeschehen zu steuern".

13:46 Uhr: Opferbeauftragte sollen den Angehörigen helfen

Die Stadt Hanau hat zwei Opferbeauftragte ernannt, die den Angehörigen der Opfer und Verletzten helfen und beistehen sollen. Das erklärte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Das Hilfsteam bildet die Vorsitzende des Hanauer Ärztevereins und designierte Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes. "Sie werden tätig sein, so lange es erforderlich ist", ergänzte Kaminsky.

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Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag den Begriff "Fremdenfeindlichkeit" für das Motiv des mutmaßlichen Täters abgelehnt. "Diejenigen, die hier in Hanau ermordet wurden, waren keine Fremden.

12:42 Uhr: Oberbürgermeister lehnt Bezeichnung "Fremde" ab

Nach Ansicht von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sollten die Morde von Mittwochabend nicht fremdenfeindlich genannt werden. Denn: "Diejenigen, die hier in Hanau ermordet wurden, waren keine Fremden", so Kaminsky. In Hanau hätten viele einen sogenannten Migrationshintergrund. Es seien Mitbürgerinnen und Mitbürger. Neben dem "psychopatischen Anteil" seien Rassismus und Hass bedeutend für die Erklärung der Tat. Kaminsky zeigte sich beeindruckt von der weltweiten Anteilnahme: "Dafür sind wir unendlich dankbar."

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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Gewalttat von Hanau als rechtsterroristischen Terroranschlag bezeichnet. Es sei der dritte Anschlag dieser Art in wenigen Monaten.

10:36 Uhr: Seehofer plant Polizeipräsenz deutschlandweit zu erhöhen

Bei einer Pressekonferenz in Berlin hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bekannt gegeben, dass er die Polizeipräsenz in Deutschland erhöhen möchte. Er fordere nicht mehr Personal, so Seehofer, aber, "dass die bestehenden Möglichkeiten stärker genützt würden." Der Politiker und die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprachen sich zugleich gegen weitere Gesetzesverschärfungen aus. Beide verwiesen unter anderem auf die erfolgte Verschärfung des Waffenrechts und das Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz, das an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen wurde.

"Sensible Einrichtungen", insbesondere Moscheen, sollen zudem stärker überwacht werden. Details sollen in den Bundesländern entschieden werden. Außerdem solle die Anwesenheit der Polizei an Bahnhöfen, Flughäfen und im grenznahen Gebiet verstärkt werden. Das gelte auch mit Blick auf die zahlreichen Karnevalsveranstaltungen in den kommenden Tagen. Über deren Schutz habe er am Donnerstagabend mit seinen Amtskollegen aus den Ländern gesprochen und ein konkretes Vorgehen abgestimmt. Die Bundespolizei werde die Polizeibehörden der Länder unterstützen.

Die Tat in Hanau sei eindeutig ein rassistisch motivierter Terroranschlag gewesen, so Seehofer. Es sei der "dritte rechtsterroristische Anschlag in wenigen Monaten". Die Hintergründe der Tat auszuleuchten, läge jetzt in den Händen des Generalbundesanwalts. Noch heute will sich Seehofer nach eigenen Angaben mit Vertretern von muslimischen Verbänden treffen, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Das Treffen solle auch dazu dienen, die dort entstandene Verunsicherung zu lindern, sagte der Minister.

09.00 Uhr: Mahnwachen mit Tausenden Menschen in ganz Deutschland

In über 50 Städten in ganz Deutschland gedachten am Donnerstagabend Tausende Menschen der Opfer des Anschlags von Hanau. Bei Mahnwachen demonstrierten sie für Solidarität und gegen Rassismus.

"Heute ist die Stunde, in der wir zeigen müssen: Wir stehen als Gesellschaft zusammen, wir lassen uns nicht einschüchtern, wir laufen nicht auseinander", sagte Bundespräsident Steinmeier am Abend in Hanau. Er sprach von einer "Terrortat", da sie Angst und Schrecken verbreiten sollte. In Berlin versammelten sich am Brandenburger Tor rund 500 Menschen, darunter zahlreiche Spitzenpolitiker, und bildeten eine große Menschenkette rund um das Tor.

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Die Integerationsbeauftragte der Bundesregierung Widmann-Mauz will die Maßnahmen gegen Rassismus überprüfen. So könnte eine Expertenkommission eingerichtet werden, wie es sie schon im Bereich Antisemitismus gibt, so Widmann-Mauz.

Freitag, 21. Februar 2020

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Bayernweites Gedenken für die Opfer von Hanau.

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Am Nürnberger Plärrer: Andacht in Gedenken an die Opfer von Hanau

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Teilnehmer einer Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Regensburg.

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Solidaritätskundgebung in Würzburg

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Mahnwoche in Hanau, in der Stadt, wo am Mittwochabend die Gewalttat geschehen war.

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Kundgebung am Odeonsplatz in München

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München: Ein Mann zündet am Odeonsplatz eine Kerze an.

21:40 Uhr: Bayernweite Mahnwachen für Opfer von Hanau

In den bayerischen Großstädten haben am Donnerstagabend spontane Mahnwachen stattgefunden. An der Lorenzkirche in Nürnberg versammelten sich laut Polizeiangaben rund 650 Menschen. Weitere rund 200 Menschen verliehen am Plärrer ihrer Trauer Ausdruck.

In München kamen Hunderte Menschen am Odeonsplatz Menschen zu einer Mahnwache zusammen. Am Stachus waren versammelten sich ebenfalls mehrere Dutzend Trauernde. In Fürth trafen sich 120 Menschen zu einer Kundgebung. In Erlangen waren es 25.

Auch in Würzburg wurde den Opfern gedacht. Es versammelten sich 30 Personen in der Innenstadt, ebenso wie in Regensburg, wo eines der Opfer lebte.

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Nach dem Anschlag von Hanau haben sich an mehreren Orten in Bayern Menschen zu Kundgebungen und Mahnwachen versammelt. In München trafen sich mehrere hundert Menschen am Odeonsplatz zu einer Mahnwache.

19:07 Uhr: Regensburger unter den Opfern der Schüsse in Hanau

Unter den Opfern der Schüsse von Hanau, bei denen zehn Menschen ums Leben gekommen sind, ist auch ein Regensburger. Die türkische Gemeinde in Regensburg sei geschockt, sagte Salih Altuner, Herausgeber der deutsch-türkischen Nachrichtenzeitschrift "Regensburg Haber" und Integrationsbeirat der Stadt Regensburg dem Bayerischen Rundfunk.

Lesen Sie hier die ausführliche Meldung.

18.45 Uhr: Schütze von Hanau hat in München gewohnt

Der Schütze von Hanau soll nach BR-Informationen von 2016 bis 2019 einen Zweitwohnsitz in München gehabt haben und Mitglied in einem großen Schützenverein gewesen sein.

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Das vollständige Statement von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei Gedenkveranstaltung für die Opfer der Gewalttat in Hanau.

18.30 Uhr: Steinmeier appelliert an Zusammenhalt in der Gesellschaft

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach der Gewalttat in Hanau an den Zusammenhalt in der Gesellschaft appelliert. In diesen schweren Stunden sei es wichtig, ein Zeichen der Solidarität und Rücksichtnahme zu setzen.

"Wir stehen zusammen und halten zusammen. Das ist das stärkste Mittel gegen Hass." Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident Bundesrepublik Deutschland
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Die Rede von Bundespräsident Steinmeier zum Anschlag von Hanau

18.15 Uhr: Heil nennt AfD nach Anschlag in Hanau "geistige Brandstifter"

Nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau hat der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Hubertus Heil die AfD als geistige Brandstifter bezeichnet. Die Tatsache, dass die AfD-Fraktion dort nicht gemeinsam mit den anderen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien zusammengestanden habe, spreche für sich. Entsetzen und Trauer seien das eine, sagte Heil.

"Das andere ist, wie wir mit dieser Entwicklung umgehen. Das heißt, wie wir als Rechtsstaat, als wehrhafte Demokratie mit aller Härte dagegen vorgehen und wie wir mit den geistigen Brandstiftern in diesem Land verfahren." Hubertus Heil, SPD-Bundesvorsitzender

17.30 Uhr: Bundesweite Mahnwachen starten

In Reaktion auf die Bluttat von Hanau finden an vielen Orten in Deutschland Mahnwachen und Solidaritätskundgebungen statt - die größten wohl um 18 Uhr auf dem Marktplatz in Hanau, wo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen wird, und vor dem Brandenburger Tor in Berlin. In der Hauptstadt findet die Veranstaltung unter Beteiligung von Politprominenz fast aller Parteien statt - unter anderem Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und Grünen-Chefin Annalena Baerbock, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, sein SPD-Kollege Lars Klingbeil und SPD-Chefin Saskia Esken sowie FDP-Chef Christian Lindner.

Auch in Bayern wird um diese Zeit Uhr in mehreren Städten der Toten gedacht - so in München auf dem Odeonsplatz und in Nürnberg auf dem Plärrer. In Teilen Frankens ist die Anteilnahme besonders groß: etwa in den unterfränkischen Städten Würzburg und Aschaffenburg, von wo aus der Weg nach Hanau nicht lang ist, und in Bayreuth, wo der mutmaßliche Täter jahrelang studiert hat.

Dabei werden im Freistaat wie im Rest der Republik die Flaggen auf Halbmast wehen: An allen öffentlichen Gebäuden ist Trauerbeflaggung angeordnet. Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts seien gebeten worden, in gleicher Weise zu verfahren, teilte die Münchner Staatskanzlei mit.

16.45 Uhr: "Ein eher ruhiger Typ": Schützenvereinskameraden über den Täter von Hanau

Tobias R., der mutmaßliche Todesschütze von Hanau, war seit 2012 in einem Frankfurter Schützenverein aktiv. Mitgliedern des Schützenvereins Diana Bergen-Enkheim zufolge war R. ein "eher ruhiger Typ", der in keiner Weise auffällig geworden sei. "Er hat keinerlei ausländerfeindliche Sprüche geklopft", so der Vorsitzende Claus Schmidt. Auch im Umgang mit Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund habe R. kein auffälliges Verhalten gezeigt. Er habe mit eigenen Waffen geschossen, was aber üblich sei.

Nach Auskunft der zuständigen Kreisbehörde bekam R. im Jahr 2013 eine waffenrechtliche Besitzerlaubnis. Ein Jahr später sei die erste Waffe darauf eingetragen worden, später noch eine zweite. Erst im Jahr 2019 sei die Erlaubnis überprüft worden. Dabei werde etwa geschaut, ob die Waffen ordnungsgemäß aufbewahrt werden, sagte der Kreissprecher. Alle Informationen seien den Ermittlern zur Verfügung gestellt worden.

💡 Hintergrund: Das deutsche Waffengesetz

... regelt, wer in Deutschland eine Waffe besitzen und mit sich führen darf. Geht es um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, reicht der kleine Waffenschein. Der große Waffenschein berechtigt dazu, öffentlich eine geladene Schusswaffe zu tragen. Die Voraussetzungen für beide regelt das Waffengesetz in Paragraf 4.

Der Bewerber muss demnach volljährig, zuverlässig und «persönlich geeignet» sein. Das heißt, er darf nicht alkoholabhängig oder psychisch krank sein. Sachkundigkeit, die zum Beispiel durch eine Jägerprüfung nachgewiesen wurde, ist eine weitere Bedingung. Nachweisen muss der Antragsteller auch ein "Bedürfnis" zum Führen der Waffe: als Jäger oder Sportschütze oder um sich als "gefährdete Person" zu schützen.

In Deutschland waren Anfang 2019 nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,4 Millionen Privatpersonen im Besitz von meldepflichtigen Waffen oder Waffenteilen. Der Deutsche Schützenbund zum Beispiel verzeichnete im vorigen Jahr mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Ende 2019 gab es gut 388 000 Jäger und Jägerinnen.

15:24 Uhr: Bundesanwalt: "Zutiefst rassistische Gesinnung"

Der Todesschütze von Hanau hatte laut Generalbundesanwalt Peter Frank eine "zutiefst rassistische Gesinnung". Das gehe aus den Videobotschaften und "einer Art Manifest" auf der Homepage des Mannes hervor. Der Mann habe am späten Mittwochabend neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen und sechs weitere verletzt, einen von ihnen schwer.

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Die Bundesanwaltschaft schätzt den mutmaßlichen Täter von Hanau als fremdenfeindliche ein. Dieser habe auf seiner Homepage neben Videobotschaften auch eine Art Manifest eingestellt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Donnerstag in Karlsruhe.

15:18 Uhr: Bundesanwaltschaft prüft Umfeld und Auslandskontakte von Hanau-Täter

Die Bundesanwaltschaft prüft nach den tödlichen Schüssen von Hanau, ob der mutmaßliche Täter Mitwisser oder Unterstützer für seinen Anschlag hatte. Dazu würden das Umfeld und die Kontakte des Mannes im In- und Ausland abgeklärt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank in Karlsruhe.

14:50 Uhr: Seehofer ordnet Trauerbeflaggung an

Bundesinnenminister Horst Seehofer erklärt am Tatort in Hanau, er habe Trauerbeflaggung für alle öffentlichen Gebäude in Deutschland angeordnet. Am Abend werde er zudem mit allen Innenministern der Länder darüber beraten, wie die Sicherheit vor allem bei öffentlichen Veranstaltungen in den nächsten Tagen gewährleistet werden könne.

Der Web-Livestream zu den Ereignissen auf Phoenix.

14.10 Uhr: Mahnwachen statt Faschingsfeiern - Fußball mit Trauerflor

Als Reaktion auf die Morde finden auf dem Marktplatz in Hanau, an der Frankfurter Paulskirche und am Brandenburger Tor in Berlin heute Abend um 18 Uhr Trauerfeiern statt. Auch in Bayern: So ruft das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus (BgR) in einer Mitteilung zu einer Kundgebung um 18.00 Uhr am Dreiherrenbrunnen in der Fürther Fußgängerzone auf. Die Türkische Gemeinde der Metropolregion Nürnberg e.V. (tgmn) lädt "alle Demokraten" zur Andacht um 19.00 Uhr am Nürnberger Plärrer ein.

Zudem entfallen an vielen Orten in Deutschland heute geplante Faschingsveranstaltungen - in Bayern unter anderem der Landtagsball und der Unsinnige Donnerstag auf dem Viktualienmarkt in München.

Am Wochenende wird auch der deutsche Fußball im Zeichen des Gedenkens stehen. Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Donnerstag mitteilte, werden vor den Spielen der Fußball-Bundesligen Schweigeminuten abgehalten und die Mannschaften am 23. Spieltag mit Trauerflor auflaufen. Gleiches gelte für die 3. Liga und die Frauen-Bundesligen.

13.20 Uhr: Uni Bayreuth bestätigt: Mutmaßlicher Täter hat bei uns studiert

Der mutmaßliche Täter von Hanau hat von September 2000 bis Juni 2006 in Bayreuth studiert. Diese Daten hat die Universität dem Bayerischen Rundfunk soeben konkretisiert. Demnach habe der Mann in Bayreuth Internationales Management studiert und mit einem Diplom in Betriebswirtschaftslehre bestanden. Über Auffälligkeiten sei der Hochschule nichts bekannt, so die Pressestelle der Universität. Angaben zu Mitgliedschaften in studentischen Vereinigungen oder sein Engagement konnte die Universität nicht machen. Auf seiner eigenen Homepage schrieb der 43-Jährige, dass er im Wintersemester 2000 ein BWL-Studium in Bayreuth begonnen und im Frühjahr 2007 abgeschlossen habe.

12.30 Uhr: Merkel: "Rassismus ist ein Gift"

Der Täter von Hanau hat nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wahrscheinlich aus rechtsextremistischen Motiven gehandelt. Derzeit deute "vieles darauf hin, dass der Täter aus rechtsextremistischen, rassistischen Motiven gehandelt hat", sagte Merkel auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Weiter erklärte die Bundeskanzlerin, "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift". Dieses Gift sei schuld "an schon viel zu vielen Verbrechen". Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Morde der rechstextremistischen Terrorzelle NSU, die Ermordung des Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke und den antisemitischen Anschlag von Halle.

Die Bundesregierung und alle staatlichen Institutionen stünden "für die Rechte und Würde jedes Menschen in unserem Land, wir unterscheiden Bürger nicht nach Herkunft und Religion", sagte Merkel. Die Bundesregierung stelle sich denen, die versuchten, Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Entschlossenheit entgegen.

12.15 Uhr: Seehofer hofft auf neues Waffenrecht

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erhofft sich vom neuen Waffenrecht Fortschritte im Kampf gegen den Extremismus. Die Ende vergangenen Jahres beschlossene und am Donnerstag in Kraft getretene Neuregelung sei eine "klare Botschaft", sagte Seehofer der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Waffen gehören nicht in die Hände von Extremisten." Der mutmaßliche Täter von Hanau war als Sportschütze legal im Besitz einer Waffe.

Das neue Gesetz sieht eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz vor Erteilung eines Waffenscheins vor. Mitglieder einer verfassungsfeindlichen Vereinigung können damit als "waffenrechtlich unzuverlässig" eingestuft werden. Ob dies im Fall des Hanauers, der den Behörden zuvor nicht einschlägig bekannt war, gegriffen hätte, ist allerdings fraglich.

11.45 Uhr Hermann: Täter lebte zeitweilig auch in Bayern

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Gewalttat von Hanau als „neue Eskalation rechter Gewalt" bezeichnet. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen habe die Tat des 43-jährigen Deutschen einen klar rechtsextremen Hintergrund, allerdings sei der Mann den Behörden bisher nicht als Rechtsextremist bekannt gewesen. Die Hintergründe der Tat müssten jetzt sorgfältig ermittelt werden.

Derzeit gehe man von einem Einzeltäter aus, dennoch würde auch nach möglichen Verbindungen in die rechtsextreme Szene gesucht. Herrmann bestätigte, dass der Mann zeitweilig auch in Bayern lebte. Den Ort wollte der Innenminister nicht bestätigen.

10.55 Uhr: Beileidsbekundungen auch aus der EU

Die Spitzen der EU haben sich via Twitter zu dem Verbrechen von Hanau geäußert. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli (Italien / PD), zeigte sich schockiert: "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden. Wir stehen zusammen gegen jede Art von Hass und Gewalt." Ähnlich reagierten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und der Präsident des Europäischen Rates, der Belgier Charles Michel. Manfred Weber (CSU), Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, sprach den Helfern am Tatort seinen Dank aus.

Weitere Reaktionen aus Bayern, Deutschland und der Welt sowie die Debatte über politische Konsequenzen des Anschlags finden Sie hier.

10.15 Uhr: Schweigeminute im hessischen Landtag - Seehofer und Lambrecht unterwegs zum Tatort

Der hessische Landtag hat mit einer Schweigeminute der Opfer der tödlichen Schüsse in Hanau gedacht. Die Landtagssitzung in Wiesbaden wurde danach abgebrochen. An allen öffentlichen Gebäuden in Hessen wurde Trauerbeflaggung angeordnet.

Auf dem Marktplatz in Hanau, an der Frankfurter Paulskirche und am Brandenburger Tor in Berlin sind für heute Abend um 18 Uhr Trauerfeiern geplant.

Unterdessen reisen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gemeinsam an den Tatort in der hessischen 96.000-Einwohner-Stadt nahe Frankfurt, wo sie mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zusammentreffen wollen. Bundeskanzlerin Merkel hat ihren eigentlich für heute geplanten Besuch in Halle abgesagt, um sich über die Ereignisse unterrichten zu lassen. Für 12.15 Uhr hat sie eine Erklärung angekündigt.

9.50 Uhr: Verdacht auf terroristische Gewalttat

Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach der Gewalttat in Hanau laut dem hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) wegen Terrorverdachts. Nach jetzigen Erkenntnissen sei ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben, sagte Beuth am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden.

Nach Beuths Informationen war der mutmaßliche Täter nach jetzigen Erkenntnissen weder dem Landesamt für Verfassungsschutz als rassistisch bekannt, noch ist er polizeilich in Erscheinung getreten.

Bei der Durchsuchung der Wohnung seien der vermeintliche Täter und seine 72-jährige Mutter gefunden worden - beide mit Schussverletzungen. Auch die Tatwaffe sei dort sichergestellt worden.

08.40 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Schüssen in Hanau

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Es gebe Indizien, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund deuten, teilt die Behörde mit. Zuvor hatten schon mehrere Medien von einem rassistischen Motiv berichtet.

07.29 Uhr: Bekennerschreiben und Video zu Hanau gefunden

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden.

© picture alliance/Andreas Arnold/dpa

Die Spurensicherung geht in Richtung des Tatorts am Heumarkt. Durch Schüsse sind im hessischen Hanau mehrere Menschen getötet worden.

05.45 Uhr: Mutmaßlicher Täter in seiner Wohnung tot aufgefunden

Die stundenlange Suche nach dem mutmaßlichen Täter hat ein Ende. Nach den tödlichen Schüssen auf neun Menschen in Hanau ist der mutmaßliche Täter tot. Polizisten fanden ihn am frühen Donnerstagmorgen in einer Wohnung. Dort lag noch eine zweite tote Person. Es gebe keine Hinweise auf weitere Täter, teilt die Polizei mit.

Nach Zeugenaussagen zu einem Fluchtfahrzeug seien Spezialkräfte der Polizei in eine Wohnung im Stadtteil Kesselstadt eingedrungen, sagte der Sprecher. Dort seien die beiden Toten entdeckt wurden. Die Ermittlungen zu ihrer Identität seien noch nicht abgeschlossen.

Tote durch Schüsse in Hanau

Bei zwei Schießereien sind im hessischen Hanau neun Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks wurde zunächst eine Sisha-Bar in der Hanauer Innenstadt angegriffen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben. Danach sollen die Täter in den Stadtteil Kesselstadt gefahren sein. Dort soll dann erneut in einer Shisha-Bar geschossen worden sein. Auch hier soll es Tote gegeben haben. Die Polizei sperrte die Gegend um die beiden Tatorte weiträumig ab. Die Polizei war im Großeinsatz.