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Listerien-Skandal: Ikea stoppt Verkauf von Wilke-Aufschnitt | BR24

© pa/dpa/Ina Fassbender

Wurstaufschnitt in einem Ikea-Restaurant

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    Listerien-Skandal: Ikea stoppt Verkauf von Wilke-Aufschnitt

    Auch der Möbelkonzern Ikea ist mit Produkten des nordhessischen Wurstherstellers Wilke beliefert worden, der wegen keimbelasteter Waren in die Schlagzeilen geraten ist. Wer sonst Waren von Wilke erhielt, wird noch von den Behörden untersucht.

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    Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants vom Wursthersteller Wilke erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch.

    IKEA stoppt Verkauf von Wilke-Produkten

    Ikea sei am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke informiert worden und habe "den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt", so die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus Restaurant, Schwedenshop und Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

    Versäumnisse der Behörden?

    Foodwatch hatte Wilke und den Behörden "schwere Versäumnisse" beim Krisenmanagement vorgeworfen. Die Organisation will die Veröffentlichung von Listen aller belieferten Betriebe erzwingen - notfalls auf dem Gerichtsweg. Der nordhessische Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo die Firma Wilke ihren Sitz hat, kündigte an, den Vorgang "auch intern ohne Wenn und Aber aufzuarbeiten". Sollte es beim Krisenmanagement oder Umgang mit Wilke Fehler gegeben haben, wäre das Regierungspräsidium in Kassel die zuständige Aufsichtsbehörde. Dort will man vorerst abwarten: "Das müssen die erstmal aufarbeiten", sagte ein Sprecher.

    Auch Betriebe in Rheinland-Pfalz sind offenbar mit Wurst von Wilke beliefert worden. "Aktuell gehen wir davon aus, dass Betriebe in ganz Rheinland-Pfalz Wurstwaren des Unternehmens erworben haben", sagte Ernährungsministerin Ulrike Höfken (Grüne). Bereits vergangene Woche hatte der Großhändler Metro erklärt, Wilke-Produkte und Eigenmarken mit Wilke-Fleisch aus dem Sortiment genommen zu haben.

    Zwei Todesfälle durch keimbelastete Wurst möglich

    Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

    Listerien in Wurstwaren: Bericht von der "Task Force"

    Wie die Keime immer wieder in die Wurst kamen, haben Spezialisten des Landes Hessen untersucht. Der Bericht sei fertig und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg zugeleitet worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt. Dort ist die für Hessen zuständige "Task-Force Lebensmittelsicherheit" angesiedelt. Zum Inhalt des Berichts äußerte sich der Sprecher nicht und verwies auf die Kreisverwaltung als zuständige Behörde. Diese kündigte für Montagnachmittag eine Stellungnahme an.

    Wilke beantragt Insolvenzverfahren

    Wilke hatte am Freitag die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beantragt. Diesem Antrag sei zugestimmt worden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Korbach. Ein Insolvenzverwalter sei bestellt worden. Ziel des Verfahrens sei, dass das Unternehmen in Twistetal-Berndorf weiter betrieben werden könne. Ob das in diesem Fall gelinge, sei aber fraglich.