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Linkenchef fordert klassenlosen Regionalverkehr der Bahn | BR24

© picture-alliance/dpa

Ein Regionalexpress fährt ein - Bild vom Hauptbahnhof in Köln

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    Linkenchef fordert klassenlosen Regionalverkehr der Bahn

    Regionalexpress ohne die 1. Klasse? Das schlägt Linkspartei-Chef Riexinger vor. Für ihn ist das eine längst überfällige Maßnahme: Die Waggons sollten für alle offen sein, so gäbe es "auf einen Schlag" mehr Platz. Der Widerspruch ist heftig.

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    Weg mit den Glastüren zur 1. Klasse im Nahverkehr: "Die sollten einfach für alle geöffnet werden“, fordert Bernd Riexinger im "Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Dem Parteichef der Linken zufolge würde das "auf einen Schlag mehr Kapazität für alle“ bringen. Außerdem sei es nicht einzusehen, dass sich die "Besserverdienenden auf Kosten der allgemeinen Nutzbarkeit absondern“ dürften.

    "Sozialistische Gleichmacherei“

    Martin Burkert, Bahnexperte der SPD im Bundestag, mag es kaum glauben: Ihm sei nicht klar, was Riexinger wolle, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Jeder kann doch 1. Klasse fahren!" Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), spricht von "sozialistischer Gleichmacherei". Wenn jemand für breitere Sitze und mehr Platz bezahlen wolle, "soll man das Reisen doch so ermöglichen". Der Fahrgastverband Pro Bahn nennt Riexingers Idee "groben Unfug".

    Bayerns S-Bahn ohne Klassenunterschied

    Auch die Bahn selbst wehrt sich gegen den Vorstoß des Linken-Chefs. Der Anteil der Plätze in der 1. Klasse sei in den vergangenen Jahren gesunken. Das entsprechende Angebot werde weiterhin nachgefragt, sagte ein Unternehmenssprecher. Damit bestreitet die Bahn ein Argument des Linken-Chefs: Ihm zufolge werden "in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons der 1. Klasse" mitgeschleppt.

    Kaum noch 1. Klasse

    Der große Teil des Nahverkehrs, zwei Drittel, obliegt der Bahntochter DB Regio. Ihr zufolge sind in den Regionalzügen noch gut 6,5 Prozent der Sitzplätze der 1. Klasse vorbehalten, nach Unternehmensangaben sind es genau 64.802 Plätze.

    Die S-Bahnen fahren fast überall ohne Klassenunterschied, so auch in Nürnberg und München. Nur in Stuttgart und Frankfurt kann man noch besonders komfortabel pendeln. Darum würde eine Umwandlung der verbliebenen 1.-Klasse-Sitze das Platzangebot laut Bahn "nur sehr geringfügig erhöhen“.

    Besser längere Züge?

    Einen Alternativvorschlag macht der Ehrenvorsitzende des Verbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann: "Wenn ich mehr Platz schaffen will, brauche ich längere Züge."