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Bildrechte: picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Der Soldat Franco A. gab sich als syrischer Flüchtling aus. Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass er Anschläge plante. André Hahn, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, ist auf rechtsextreme Strukturen in der Bundeswehr gestoßen.

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Linken-Politiker über Fall Franco A.: "Zu lange weggeschaut"

Der Soldat Franco A. gab sich als Flüchtling aus. Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass er Anschläge plante. André Hahn, Linken-Politiker und Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, spricht von einem Versagen der Kontrollbehörden.

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Von
  • Astrid Himberger
  • Veronika Lohmöller

André Hahn, Linken-Politiker und Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, zeigt sich entsetzt über das Versagen der Kontrollbehörden im Fall des deutschen Bundeswehrsoldaten Franco A.

Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er: "Man hat viel zu lange weggeschaut. Und man hat erst unter dem Druck dieser Kontrolltätigkeit überhaupt seine eigene Position auf den Prüfstand gestellt. Das Problembewusstsein ist gewachsen."

Franco A. hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben. Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass er Anschläge plante, um so Hass auf Flüchtlinge zu schüren. Hahn ist seit 25 Jahren in der Geheimdienstkontrolle und hat so etwas nach eigenen Angaben noch nie erlebt: "Ich hätte mir so etwas nicht vorstellen können, dass man damit durchkommt. Aufgrund französischer Sprachkenntnisse sich als syrischer Flüchtling auszugeben. Die Überlegung zu haben, einen Anschlag zu begehen, um Hass auf Ausländer zu schüren, das war außerhalb meiner Vorstellungwelt."

Dutzende Fälle von Rechtsextremismus in Bundeswehr

Die rechte Gesinnung des Soldaten Franco A. hat beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) offenbar niemanden beunruhigt. "Wenn man sich vorstellt, dass der MAD allen Ernstes die Ansicht vertreten hat, dass das Zeigen des Hitlergrußes nicht ausreicht, um jemanden aus der Bundeswehr zu entfernen, dann war das eine völlig falsche Vorstellung davon, was die Bundeswehr sein sollte," so Hahn.

Man habe über Jahre, so Hahn, das Existieren von rechten Netzwerken geleugnet. Aber durch den Fall Franco A., werde nun endlich genauer hingeschaut: "Wir haben inzwischen Dutzende Fälle von Rechtsextremismus in der Bundeswehr aufgedeckt," so Hahn.

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