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Libysche Küste: 117 Tote bei Schiffsunglück befürchtet | BR24

© pa/dpa/Jan Haas

Bootsunglück im Mittelmeer

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Libysche Küste: 117 Tote bei Schiffsunglück befürchtet

Bei einem Bootsunglück vor Libyen sind Überlebenden zufolge bis zu 117 Migranten ums Leben gekommen. Die drei berichten, 120 Personen seien an Bord gewesen, als das Gummiboot in Libyen abgelegt habe.

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Bei einem Schiffsunglück vor Libyen sind möglicherweise 117 Migranten gestorben. Nach Angaben von drei Überlebenden waren insgesamt 120 Menschen auf ihrem in Seenot geratenen Schlauchboot, um nach Europa überzusetzen, wie Flavio di Giacomo, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, auf Twitter erklärte.

Unterschiedliche Angaben von Marine und Überlebenden

Die drei hatte die italienische Marine am Freitag gerettet und auf die Insel Lampedusa gebracht. Unter den 117 Vermissten seien auch zehn Frauen und zwei Kinder, eines davon erst zwei Monate alt. Die Marine hatte zunächst erklärt, dass das Schlauchboot rund 50 Seemeilen (knapp 93 Kilometer) nordöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis zu Kentern drohte und dass rund 20 Menschen an Bord waren.

Laut IOM-Sprecher könnte das Unglück aber weitaus schlimmer gewesen sein. "Sie haben uns gesagt, dass auf dem Schlauchboot, das in Libyen Donnerstagnacht abgelegt hat, 120 Personen waren. Nach zehn bis elf Stunden Fahrt begann dem Boot die Luft auszugehen, und es fing an zu sinken. Die Menschen sind ins Meer gefallen und ertrunken", sagte Di Giacomo der Nachrichtenagentur Adnkronos.

Weiter Boote vor Tripolis abgefangen

An Bord seien demnach vor allem Westafrikaner und etwa 40 Sudanesen gewesen. Dabei habe sich bereits ein Rettungsboot der libyschen Küstenwache auf dem Weg zur Unglücksstelle befunden, sagte deren Sprecher Ajub Kasim. Unterwegs habe das Boot der Küstenwache jedoch eine Panne erlitten.

Nach Einschätzungen des Marine-Sprechers werden noch rund 50 Migranten vermisst. Die Küstenwache habe zudem zwei Boote mit insgesamt 87 Menschen an Bord in der Nähe von Tripolis abgefangen, sagte Kasim.