Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Lew-Kopelew-Preis an Seenotretter von "Mission Lifeline" | BR24

© ARD

Die Seenotretter von "Mission Lifeline" mit Kapitän Claus-Peter Reisch ist mit dem Kölner Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte geehrt worden. Die Dresdner Initiative rettet mit dem Schiff "Lifeline" Flüchtlinge aus dem Mittelmeer.

10
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Lew-Kopelew-Preis an Seenotretter von "Mission Lifeline"

Die Seenotretter von "Mission Lifeline" mit Kapitän Claus-Peter Reisch ist mit dem Kölner Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte geehrt worden. Die Dresdner Initiative rettet mit dem Schiff "Lifeline" Flüchtlinge aus dem Mittelmeer.

10
Per Mail sharen
Teilen

Kapitän Claus-Peter Reisch und die Seenotrettungsinitiative "Mission Lifeline" haben den Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte erhalten. Sie hätten im Mittelmeer unter mutigem persönlichem Einsatz zahlreiche Menschen vor dem Tod gerettet, hieß es zur Begründung in Köln.

Die Auszeichnung ehre sie stellvertretend für viele andere Seenotretter, so das Lew-Kopelew-Forum weiter. Mit dem undotierten Preis zeichnet das gleichnamige Forum seit 2001 jährlich Menschen, Projekte oder Organisationen aus, die im Sinne des russischen Schriftstellers Lew Kopelew (1912-1997) tätig sein sollen.

Der aus Landsberg am Lech stammende "Lifeline"-Kapitän mahnte in seiner Dankesrede, das Schicksal der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ernst zu nehmen. Gegen den Tod von Tausenden Menschen jedes Jahr müsse Europa endlich etwas unternehmen. Es sei eine Schande, dass es weitgehend privaten Initiativen überlassen sei, Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Kritik an "Orbans, Salvinis, Le Pens, Gaulands und Co."

Bei der Preisverleihung in Köln sagte der luxemburgische Außen- und Asylminister Jean Asselborn, Kapitän Reisch inspiriere wie der Namensgeber des Preises, der russische Humanist Lew Kopelew, dazu, sich der Gleichgültigkeit entgegenzustellen. "Heute wird hier ein Mann geehrt, dessen Mut ich sehr bewundere", sagte Asselborn in seiner Festrede.

Reischs Wille und Einsatz für Menschen in äußerst schwierigen Gegebenheiten sollten ein Vorbild sein, kein Fall für die Justiz, betonte er mit Blick auf das Gerichtsverfahren, das derzeit auf Malta gegen Reisch läuft. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff "Lifeline" fehlerhaft registriert zu haben. Das Urteil soll am 14. Mai fallen.

Mit Blick auf "die Orbans, Salvinis, Le Pens, Gaulands und Co." rief Asselborn dazu auf, sich Kräften entgegenzustellen, die die Werte der EU bis zur Unkenntlichkeit verbiegen wollten.

Kardinal Marx mahnt Christen, zu handeln

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nannte das Engagement der Seenotretter in einer Grußbotschaft unverzichtbar, um Menschenleben zu retten und das Handeln der Politik herauszufordern. Christen dürften sich mit dem Elend und der Not von Menschen nicht einfach abfinden, forderte Marx in dem Schreiben, das auf der Preisverleihung verlesen wurde.

Bisherige Preisträger waren unter anderem der türkische Journalist Can Dündar, der russische Soziologe Lew Gudkow, syrische Friedensaktivisten und der Religionswissenschaftler Hans Küng.