Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Letzte Umfragezahlen belegen großes Interesse an Europawahl | BR24

© BR

Letzte Umfragezahlen belegen großes Interesse an Europawahl

36
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Letzte Umfragezahlen belegen großes Interesse an Europawahl

Die Deutschen interessieren sich so stark wie noch nie für die Europawahl. Genugtuung für die Wahlkämpfer – aber letzte Umfragezahlen vor der Europawahl deuten daraufhin, dass Union und SPD möglicherweise mit Verlusten rechnen müssen.

36
Per Mail sharen
Teilen

Bei Bundestagswahlen kann es vorkommen, dass man im Wahllokal anstehen muss. Bei Europawahlen dagegen war das bisher praktisch nie der Fall. Seit 1999 liegt die Wahlbeteiligung bei Wahlen zum Europäischen Parlament unter 50 Prozent.

Wahlforscher registrieren Europawahl-Interesse wie noch nie

Das könnte sich diesmal ändern. "Die Europawahl trifft auf ein Interesse, das wir so noch nicht gemessen haben", sagt Roberto Heinrich, Wahlforscher von Infratest dimap. Die Deutschen interessieren sich "wie nie zuvor“ für die Europawahl.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) bekunden laut neuester Umfrage von Infratest dimap ein starkes oder sehr starkes Interesse an der Europawahl. Vor fünf Jahren sagte das kurz vor der Europawahl nicht einmal die Hälfte (48 Prozent).

Deutsche sehen EU als Sicherheits- und Wohlstandsgarant

Das Ansehen der Europäischen Union ist seit 2014 gewachsen; die Deutschen messen ihr eine größere Bedeutung zu und wissen mehr als früher zu schätzen, was sie an der EU haben. 78 Prozent sagen "Durch die EU leben wir in Deutschland sicherer" (2014: 70 Prozent).

Ebenfalls 78 Prozent unterschreiben die Aussage "Die Mitgliedschaft in der EU sorgt dafür, dass es uns wirtschaftlich gut geht" (2014: 68). Und nur noch 46 Prozent der Deutschen meinen, die EU mische sich in zu viele Dinge ein (2014: 62).

Klare Mehrheit der Deutschen ist mit Bundesregierung unzufrieden

Europawahlen gelten immer auch als kleine Bundestagswahlen. Entsprechend ist es von Bedeutung (und für die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD problematisch), dass laut Infratest dimap 60 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden sind. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als vor der zurückliegenden Europawahl.

Dass nur 24 Prozent der Wähler mit ihrer Entscheidung den Regierungsparteien einen "Denkzettel" verpassen wollen, dürfte die Regierungsparteien wenig beruhigen. CDU und CSU würden laut jüngsten Umfragen zwar stärkste Kraft bleiben, müssten jedoch damit rechnen, unter die 30-Prozent-Marke zu rutschen.

SPD droht historische Niederlage

Der SPD droht der Sturz unter 20 Prozent. Gut möglich, dass die Sozialdemokraten nur noch drittstärkste Kraft hinter den Grünen werden. Bei einer bundesweiten Wahl hat es das bisher noch nie gegeben.

© BR

Morgen ist es soweit: Dann ist in auch Deutschland Europawahl. 2014 lag die Wahlbeteiligung hierzulande bei rund 48 Prozent. Die dürfte diesmal höher ausfallen, glaubt man aktuellen Prognosen.