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Lesbos: Erste Flüchtlinge beziehen Not-Lager | BR24

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Nach dem verheerenden Brand in Moria sind erste Flüchtlinge in ein provisorisches Lager auf Lesbos gezogen. Die griechischen Behörden behindern derweil einem Medienbericht zufolge ausländische Hilfe.

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Lesbos: Erste Flüchtlinge beziehen Not-Lager

Nach dem verheerenden Brand in Moria sind erste Flüchtlinge in ein provisorisches Lager auf Lesbos gezogen. Die griechischen Behörden behindern derweil einem Medienbericht zufolge ausländische Hilfe auf einer Nachbarinsel.

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Vier Tage nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria haben die ersten Migranten auf der Insel Lesbos ein neues provisorisches Zeltlager bezogen. Gestern Nachmittag wurden nach Angaben der griechischen Polizei rund 200 Migranten aufgenommen, einige Dutzend warteten demnach noch auf ihre Hygiene-und Sicherheitschecks. Das neue Lager Kara Tepe ist für 3000 Menschen ausgelegt.

Das vollkommen überfüllte Lager Moria, in dem viele Flüchtlinge teilweise seit Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen festsaßen, war bei Bränden am Dienstag und Mittwoch fast völlig zerstört worden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) wurden 11.500 Menschen obdachlos, darunter 4000 Kinder. Laut griechischer Nachrichtenagentur ANA wurden die Feuer am Dienstag nach Protesten einiger Bewohner des Lagers gelegt, die nach einem positiven Corona-Test unter Quarantäne gestellt werden sollten. Bis Samstag wurden 27 der 35 Lagerbewohner mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion nach Behördenangaben immer noch nicht gefunden.

Bericht: Griechenland behindert ausländische Hilfe

Ausländische Hilfe für in Griechenland untergebrachte Migranten wird derweil einem Medienbericht zufolge erheblich durch örtliche Behörden erschwert. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, sei im März wegen "politischer Probleme" ein Projekt des Technischen Hilfswerks (THW) gescheitert. Im Auftrag der Bundesregierung sollte demnach die Wasserversorgung auf der Ägäis-Insel Samos verbessert werden.

Im THW-Bericht an das Bundesinnenministerium hieß es zum Scheitern des Vorhabens: "Die vordergründig technischen Probleme (nicht ausreichend Wasser im neuen Camp) entpuppen sich bei näherer Betrachtung als politisches Problem (zum Beispiel Abklemmen der Hauptwasserleitung zum neuen Camp) und können daher auch nicht technisch, sondern nur politisch gelöst werden." Laut dem THW wurde die Hauptwasserleitung zum Flüchtlingslager durch eine Gemeindeverwaltung aufgrund von Protesten der Bevölkerung abgeklemmt.

Zudem habe es Hinweise auf einen Brunnen in der Nähe gegeben, den das THW aber nicht auffinden konnte, weil den Inselverwaltungen "dessen genaue Lage angeblich unbekannt ist". Auch seien die Möglichkeiten aus den Infrastrukturprojekten der EU nicht ausreichend genutzt worden. Von zur Verfügung gestellten 310 Millionen Euro seien nur 70 Millionen abgeflossen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den THW-Bericht.

Diskussion um Unterbringung von Flüchtlingen

Für das bis heute nicht umgesetzte Wasserprojekt auf Samos war ein Finanzierungsbetrag von bis zu 500.000 Euro vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Aussicht gestellt worden. Auf den ägäischen Inseln Leros, Samos, Lesbos, Kos und Chios leben über 25.000 Menschen in völlig überfüllten Lagern.

Viele der Flüchtlinge wollen nicht länger auf Lesbos bleiben, sondern vor allem nach Deutschland. Hier wird weiter über die Aufnahme von obdachlosen Flüchtlingen aus Moria diskutiert. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Freitag die Unterbringung von bis zu 150 Minderjährigen aus dem Lager angekündigt.

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