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Witz über Intersexualität: Kritik an Kramp-Karrenbauer hält an | BR24

© dpa-Bildfunk

Annegret Kramp-Karrenbauer steht nach ihrer Rede vor dem Stockacher Narrengericht in der Kritik

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    Witz über Intersexualität: Kritik an Kramp-Karrenbauer hält an

    Die Kritik an Annegret Kramp-Karrenbauer nach ihren Äußerungen über Intersexualität reißt nicht ab. Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) und Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordern eine Entschuldigung der CDU-Chefin.

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    Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union fordert von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Entschuldigung für ihren Fastnachtswitz über Toiletten für intersexuelle Menschen. Dem SWR sagte der Vorsitzende Alexander Vogt am Montag auch im Karneval gebe es Grenzen.

    "Natürlich ist eine Entschuldigung fällig. Das erwarten wir." Alexander Vogt, Vorsitzender Bundesverband Lesben und Schwule in der Union (LSU)

    Auch, wenn der Witz von Kramp-Karrenbauer keine böse Absicht gewesen sei, mache das die Sache nicht besser. Weiter sagte Vogt: "Wenn das unüberlegt passiert, ist es ja auch ein Zeichen dafür, wie es landläufig verbreitet ist, dieses Denken." Er erwarte ein klärendes Gespräch mit der CDU-Chefin.

    Weiter sagte Vogt zu den Äußerungen: "Political Correctness hin oder her, manche finden das ja übertrieben. Aber solche Grenzen müssen klar sein. Man macht ja auch über andere Minderheiten keine Witze mehr." Dem "Focus" sagte er, in der Position der Parteivorsitzenden der CDU sollte man bei solchen Themen sensibler agieren.

    Kritik an AKK auch von Grünen-Chefin Baerbock

    Auch die Kritik aus anderen Teilen der Gesellschaft hält an. Grünen-Chefin Annalena Baerbock hält ebenfalls eine Entschuldigung für angebracht. Ein Witz könne immer mal missglücken, "aber wenn man sich dafür nicht entschuldigt, wenn er auf Kosten von Minderheiten geht, dann steckt da mehr dahinter."

    "Die Frage von Anti-Diskriminierung, von respektvollem Miteinander, gilt 365 Tage im Jahr, und auch zu Karneval", Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen.

    Kramp-Karrenbauer beim Fastnachts-Narrengericht

    Kramp-Karrenbauer hatte am Donnerstag mit einer Rede vor dem traditionellen Fastnachts-Narrengericht im baden-württembergischen Stockach für Empörung gesorgt. "Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin?", fragte AKK in die Runde des Narrenpublikums. Und beantwortete ihre rhetorische Frage mit dem Satz, dort gebe es die Latte-Macchiato-Fraktion, die Toiletten für das dritte Geschlecht einführe. Das sei für "Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen."