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Leitungswasser: Preisanstieg in Bayern besonders hoch | BR24

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    Leitungswasser: Preisanstieg in Bayern besonders hoch

    Trinkwasser wird für Haushalte in Deutschland immer teurer. Das zeigt eine Auswertung der Grünen-Bundestagsfraktion, die dem BR vorliegt. Vor allem in Bayern mussten Verbraucher zuletzt immer tiefer in die Tasche greifen. Von B. Schmeitzner

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    Die Bundestagsfraktion der Grünen hat Daten des Statistischen Bundesamtes für den Zeitraum von 2005 bis 2016 ausgewertet. Die Grünen kommen zum Ergebnis, dass bundesweit die Trinkwasserkosten in diesem Zeitraum im Schnitt um über 25 Prozent gestiegen sind. Eine Zahl, die mittlerweile für Diskussionen sorgt. Denn nach ARD-Recherchen hat sich in dem Zeitraum die Berechnungsgrundlage für den Trinkwasserpreis verändert.

    Starke Unterschiede zwischen den Bundesländern

    Das Statistische Bundesamt gibt die Steigerung mit knapp 18 Prozent an, womit die Preise nur etwas mehr als die Inflation gestiegen wären. Betrachtet man die Bundesländer, variieren die Zahlen sehr stark. Während Trinkwasser für Haushalte in Berlin, Brandenburg und Thüringen zwischen 2005 und 2016 sogar günstiger geworden ist, liegt die Kostensteigerung in Bayern der Berechnung der Grünen zufolge mit knapp 60 Prozent so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Wasserversorger im Freistaat betonen aber, dass es selbst innerhalb Bayerns hinsichtlich des Wasserpreises regional große Schwankungen gibt. 

    Wasserwirtschaft kritisiert Landwirtschaft

    Zu einem großen Teil decken sich die Angaben mit denen der Wirtschaft. So warnte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft im vergangenen Jahr vor der bestehenden Gefahr für das Grundwasser durch die "industrielle Landwirtschaft". Diese überdünge die Felder in einigen Regionen massiv:

    "Je stärker das Grundwasser verschmutzt wird, umso aufwändiger und teurer wird die Aufbereitung in den Wasserwerken. Das wird sich über kurz oder lang auch auf den Wasserpreis niederschlagen." Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft

    Preisanstieg wegen Nitratbelastung?

    Eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums sagte allerdings, es sei eher spekulativ, ob und inwieweit die Entwicklung der Trinkwasserpreise auf die Nitratbelastung des Grundwassers zurückgeführt werden könne. Schließlich setzt sich der Preis aus mehreren Faktoren zusammen. Sollte sich die Belastung in den Wassergewinnungsgebieten aber verschärfen, sind der Ministeriumssprecherin zufolge Auswirkungen auf die Preise in Einzelfällen nicht auszuschließen.