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Leichensäcke bestellt? Neuer Verdacht gegen "Nordkreuz" | BR24

© pa / dpa / McPHOTO

Polizei-Uniform (Symbolbild)

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    Leichensäcke bestellt? Neuer Verdacht gegen "Nordkreuz"

    Seit zwei Jahren ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen Mitglieder der mutmaßlich rechtsextremen Vereinigung "Nordkreuz". Nun wurde ein neuer Verdacht bekannt: Bestellten Mitglieder Hunderte Leichensäcke?

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    Eine Gruppe von Rechtsextremisten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wollte einem Zeitungsbericht zufolge für Angriffe auf politische Gegner rund 200 Leichensäcke und Ätzkalk bestellen. Der Bundestag habe vom Bundesamt für Verfassungsschutz vor wenigen Wochen eine entsprechende Materialliste der Rechtsextremisten mit Bestelladressen und Kontakten erhalten, berichtet das "Redaktions-Netzwerk Deutschland" unter Berufung auf Kreise des Verfassungsschutzes.

    Überwachungsmaßnahmen beantragt

    Anlass für die Übermittlung der Liste sei ein Antrag der Bundesanwaltschaft auf erweiterte Überwachungsmaßnahmen gegen die rechtsextremistische Gruppe gewesen, hieß es. Über Eingriffe ins Fernmelde-, Brief- und Postgeheimnis müsse die unabhängige G 10-Kommission des Bundestags auf Grundlage eingereichter Dokumente entscheiden.

    Ermittlungen laufen seit 2017

    Dem Zeitungsbericht zufolge stammt die dreiseitige handgeschriebene Aufstellung von Mitgliedern der rechtsextremistischen Vereinigung "Nordkreuz", gegen die die Bundesanwaltschaft seit August 2017 wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat ermittelt.

    "Nordkreuz" gehörten mehr als 30 sogenannte "Prepper" an, die über den Messenger-Dienst Telegram miteinander verbunden seien und sich auf einen sogenannten "Tag X" vorbereiten - den von ihnen erwarteten Zusammenbruch der staatlichen Ordnung durch eine Flüchtlingswelle oder islamistische Anschläge und die anschließende Ermordung politischer Gegner.

    Zugang zu Waffen und Munition

    Laut Verfassungsschutz stammten die meisten Personen der Chat-Gruppe aus dem Umfeld von Bundeswehr und Polizei, hieß es. Darunter seien mehrere ehemalige sowie ein aktives Mitglied des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes (LKA) Mecklenburg-Vorpommern. Alle Mitglieder von "Nordkreuz" hätten Zugang zu Waffen, verfügten über Zehntausende Schuss Munition und seien geübte Schützen.

    Gegen drei der Männer ermittele parallel die Staatsanwaltschaft Schwerin, hieß es weiter. Ihnen werde vorgeworfen, seit April 2012 illegal rund 10.000 Schuss Munition sowie eine Maschinenpistole aus Beständen des LKA abgezweigt zu haben.

    Zehntausende Namen auf Listen

    Die Beschuldigten würden bestreiten, Todeslisten angelegt und Ermordungen geplant zu haben, so die Angaben. In Sicherheitskreisen heiße es dagegen, die Vorbereitungen auf den "Tag X" seien mit "enormer Intensität" betrieben worden. Die Mitglieder des rechtsextremen Netzwerks hätten unter Zuhilfenahme von Dienstcomputern der Polizei knapp 25.000 Namen und Adressen zusammengetragen. Dabei handle es sich meist um Personen aus dem regionalen Umfeld der "Prepper", bevorzugt Lokalpolitiker von SPD, Grünen, Linken und CDU, die sich als "Flüchtlingsfreunde" zu erkennen gegeben und Flüchtlingsarbeit geleistet hätten.