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Quereinsteiger an Schulen: "Verbrechen an den Kindern" | BR24

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Sogenannte Quereinsteiger an Grundschulen sind aus Sicht des Deutschen Lehrerverbands häufig ungeeignet für die Tätigkeit als Lehrer. Ihre unzureichende Ausbildung sei "ein Verbrechen an den Kindern".

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Quereinsteiger an Schulen: "Verbrechen an den Kindern"

Sogenannte Quereinsteiger an Grundschulen sind aus Sicht des Deutschen Lehrerverbands häufig ungeeignet für die Tätigkeit als Lehrer. Ihre unzureichende Ausbildung sei "ein Verbrechen an den Kindern".

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Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat eine unzureichende Qualifizierung von Quereinsteigern kritisiert. Diese sei "ein Verbrechen an den Kindern", sagte Meidinger der Zeitung "Welt".

Nach zwei Wochen Crashkurs ans Lehrerpult

Uni-Absolventen würden binnen zwei Wochen per Crashkurs zur Lehrkraft ausgebildet, ohne jemals etwas von Pädagogik und Didaktik gehört zu haben. Dies sei absurd und zeige, wie gering die notwendige Berufsprofessionalität von der Politik geschätzt werde. Vielerorts würden Quereinsteiger ohne qualitätssichernde Vorgaben auf die Schüler losgelassen. "Dazu kommt, dass es für die Quereinsteiger keine ausreichende Zahl von Ausbildungslehrern gibt."

Ausnahme Bayern

Meidinger bezieht sich dabei vor allem auf die Praxis in 13 Ländern, die fast alle auf Laien-Pädagogen zugreifen müssen. Die Ausnahmen sind Bayern, das Saarland und Rheinland-Pfalz. Hier unterrichten an Grundschulen zwar teilweise fachfremde, aber immerhin ausgebildete Lehrkräfte.

In ganz Deutschland gibt es einen großen Bedarf an Lehrern. Das Problem dürfte in den kommenden Jahren andauern. Gründe sind unter anderem Pensionierungen, steigende Geburtenzahlen und Zuwanderung.

Ohne Quereinsteiger wird es nicht gehen

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), sagte der "Welt" dagegen: "Auf mittlere Sicht werden wir in einigen Ländern nicht ohne Quereinsteiger auskommen." Man sei sich darüber bewusst, dass diese auch entsprechend qualifiziert werden müssten. Im kommenden Jahr würden daher alle Länder ihre Bemühungen weiter verstärken, Quereinsteiger gezielt fortzubilden.

Aus einer KMK-Prognose ging zuletzt hervor, dass bis 2030 vor allem Engpässe an Berufsschulen und Schulen der Sekundarstufe I (Haupt- und Realschulen) zu erwarten sind.