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Lehrerverband: Gleichbehandlung beim Mathe-Abitur gescheitert | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Abiturienten bei der Prüfung in Straubing (Archivbild)

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Lehrerverband: Gleichbehandlung beim Mathe-Abitur gescheitert

Das Saarland will nach der Kritik der Schüler am zu schweren Mathe-Abitur die Noten nachträglich anheben und zieht dadurch selbst Kritik auf sich. Der Deutsche Lehrerverband hält jetzt bundesweit gleiche Prüfungsstandards für "komplett gescheitert".

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Nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands ist das Konzept eines bundesweit einheitlichen Aufgaben-Pools bei der Abitur-Prüfung gescheitert. Grund ist das unterschiedliche Vorgehen der Länder beim diesjährigen Mathe-Abi: Zehntausende Schüler hatten eine Petition unterstützt, wonach die Aufgaben zu schwer waren. Daraufhin hat nun das Saarland Änderungen in der Benotung genehmigt, andere Bundesländer wie Bayern bislang nicht.

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger erklärte nun, die wegen einer besseren Vergleichbarkeit des Abiturs durch die Kultusministerkonferenz eingeführten Aufgabenpools für Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik ergäben keinen Sinn mehr, wenn einzelne Bundesländer diese Pools nicht in Anspruch nähmen oder nachträglich eingriffen.

Das Saarland gibt der Kritik nach

Das saarländische Bildungsministerium hatte kürzlich entschieden, die Mathe-Ergebnisse nachträglich aufzuwerten. Die Noten sollten sich durch die Neubewertung um rund einen Notenpunkt verbessern, kündigte das Ministerium in Saarbrücken an. Die Klausuren seien in der Schwierigkeit zwar "noch angemessen" gewesen, jedoch "insgesamt etwas zu umfangreich", hieß es zur Begründung. Zudem hätten die Schüler auch noch Gelegenheit, im Rahmen einer mündlichen Prüfung ihre Note zu verbessern.

"Weit entfernt von vergleichbaren Prüfungen"

Meidinger erklärte, damit sei der Umgang der Bundesländer mit den Prüfungsergebnissen unterschiedlich und diejenigen Prüflinge benachteiligt, deren Landesregierungen nicht dem öffentlichen Druck durch die Kritik nachgegeben hätten.

Es sei jetzt zudem zu befürchten, dass künftig jedes Jahr wieder über Onlinepetitionen die Abiprüfungen hinterfragt werden.

"Von vergleichbar konzipierten und bewerteten Abiturprüfungen sind wir weiter entfernt denn je." Heinz-Peter Meidinger, Deutscher Lehrerverband

Audio: Kultusminister Piazolo im Interview zum Mathe-Abitur

© BR

Das Mathe-Abitur in Bayern scheint etwas schlechter ausgefallen zu sein als in den Vorjahren. Für Kultusminister Michael Piazolo kein akuter Anlass, um eingreifen zu müssen. Eine Petition hatte gefordert, die Kriterien für der Benotung anzupassen.

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  • Rüdiger Hennl
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