BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Lehrerpräsident Meidinger: "Politik hat Schulen vergessen" | BR24

© BR

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sieht Deutschlands Schulen schlecht für die zweite Corona-Welle gerüstet. Die Politik habe die Schulen vergessen. Empfohlene Hygiene-Maßnahmen würden vielerorts nicht umgesetzt.

48
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Lehrerpräsident Meidinger: "Politik hat Schulen vergessen"

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sieht Deutschlands Schulen schlecht für die zweite Corona-Welle gerüstet. Die Politik habe die Schulen vergessen. Empfohlene Hygiene-Maßnahmen würden vielerorts nicht umgesetzt.

48
Per Mail sharen
Von
  • Harald Mitterer
  • BR24 Redaktion

Anders als beim großen Lockdown im Frühjahr bleiben Deutschlands Schulen beim Teil-Lockdown ab dem 2. November geöffnet.

Meidinger: Schulen schlecht vorbereitet

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger aus dem niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn sieht die Schulen schlecht auf die neue Pandemiewelle vorbereitet. Der Gesundheitsschutz an den Schulen, so der Lehrerpräsident, sei teilweise mangelhaft. Die klaren Empfehlungen des Robert Koch Instituts, dass bei bestimmten Inzidenzzahlen eine Verschärfung der Corona-Hygienemaßnahmen auch an Schulen erfolgen muss, werde in vielen deutschen Landkreisen und Kommunen nicht umgesetzt, kritisiert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

Zu wenig Investitionen in Schutz an Schulen

Viele Klassenzimmer könnten gar nicht richtig gelüftet werden. Die Beschaffung dringend notwendiger Raumluftfilter wurde versäumt, so Meidinger im Interview mit dem BR. Wörtlich sagte er:

"Die Politik hat in der Pandemie einen ganz starken Schwerpunkt gesetzt auf Wirtschaft und Kurzarbeitergeld. Was ja auch nicht falsch ist. Aber man hat die Schulen wirklich vergessen. Und jetzt eine große Diskussion zu beginnen, ob Raumluftfilteranlagen nicht zu teuer sind für den Gesundheitsschutz unserer Kinder bei gleichzeitig Milliarden, die ihn vielen anderen Bereichen ausgegeben werden, finde ich nicht nur schäbig, sondern auch verantwortungslos." Heinz-Peter Meidinger, Präsident Deutscher Lehrerverband

Digitalisierung hinkt hinterher

Es werde zu wenig getan, um den Gesundheitsschutz an den Schulen sicherzustellen, kritisiert der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Gleichzeitig fordert er mehr Anstrengungen zu Verbesserung der digitalen Ausstattungen an Schulen. Um im Notfall effektiv auf Hybrid-Unterricht umzustellen. Doch dafür fehlten geeignete Lernplattformen in den einzelnen Bundesländern und oft auch schnelles Internet.

Bundesfamilienministerin: "Schulen sind besser vorbereitet"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bekräftigte am Sonntag, trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen sollten Schulen und Kitas möglichst lange offenbleiben. Die Schulen seien besser vorbereitet als im Frühjahr. "Es ist wichtig, dass wir jetzt bei der zweiten Welle eben sagen: Die Schließungen von Kitas und Schulen sind nicht das erste Mittel. Sondern die sind das letzte Mittel, wenn es um Einschränkungen geht," sagt Giffey im ARD-"Bericht aus Berlin".

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Trotz gegenteiliger Vermutungen hält mehr als die Hälfte der jungen Menschen (52 Prozent) in Deutschland die Corona-Beschränkungen für angemessen. Das ergab die Jugendstudie der TUI-Stiftung. 83 Prozent halten sich nach eigenen Angaben auch daran.