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Wie der Bund die Lebensmittelverschwendung eindämmen will | BR24

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Konkrete Maßnahmen müsen noch erarbeitet werden, aber das Ziel steht fest: Bis 2030 sollen die Lebensmittelabfälle in Deutschland halbiert werden. Wirtschaft und Verbraucher will Ernährungsministerin Klöckner dabei stärker einbeziehen.

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Wie der Bund die Lebensmittelverschwendung eindämmen will

Das Bundeskabinett hat eine Strategie gegen Lebensmittelverschwendung beschlossen. Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Dabei könnten sowohl Industrie als auch Verbraucher leicht etwas dagegen tun.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Verbraucher am eigenen Kühlschrank abholen. Es werde zu viel eingekauft und zuhause falsch gelagert. Vor allem aber habe man festgestellt, dass Molkereiprodukte oft viel zu früh weggeworfen würden. Klöckner empfiehlt:

"Riechen, schmecken und nochmal testen." (Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner)

Konkret heißt das: Wenn die Sahne oder der Joghurt gestern abgelaufen sind, müssen die Lebensmittel noch längst nicht in den Müll. Der Hersteller garantiert mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum lediglich, dass das Lebensmittel bis dahin einwandfrei ist.

Industrie und Supermärkte müssen umdenken

Das Konzept der Bundesregierung wendet sich aber nicht nur an Verbraucher. Bereits während der Produktion und des Transports könnten die Hersteller Ressourcen und Energie sparen. Passende Größen oder geringere Lieferungen an Supermärkte könnten die Verschwendung ebenfalls eindämmen. Derzeit wird laut Klöckner außerdem an intelligenten Verpackungen geforscht. So könnte der Verbraucher zum Beispiel am Farbverlauf der Verpackung erkennen, ob ein Nahrungsmittel noch genießbar ist.

Kritik: Freiwilligkeit löst das Problem nicht

Die Grünen und die Deutsche Umwelthilfe kritisieren, dass mit dieser Strategie niemand in die Pflicht genommen wird. Die ehemalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast von den Grünen hält verbindliche Reduktionsziele und ein Ende der Massenproduktion in der Landwirtschaft für absolut notwendig. Zur Debatte steht auch ein "Wegwerfverbot".

Wegwerfen verboten: Das Ausland macht es vor

In Frankreich gilt seit drei Jahren ein Gesetz, wonach große Supermärkte verpflichtet sind, eine Partnerschaft mit einer Hilfsorganisation abzuschließen, die unverkaufte Lebensmittel abnimmt.

In Tschechien müssen Supermärkte diese an Wohltätigkeitsorganisationen spenden. Bei den Nachbarn an der Moldau werden außerdem unter dem Motto "Rettet das Essen“ auf öffentlichen Plätzen und in Parks Reste-Gerichte für alle gekocht.

Die "Lebensmittelbank" in Rumänien sammelt Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, oder saisonbedingt nicht mehr verkauft werden. Schoko-Weihnachtsmänner oder Osterhasen werden so vor der Tonne gerettet.