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Lawinenabgänge auf Skipisten: Wie groß ist die Gefahr? | BR24

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Erneut ist in den Alpen ein Skifahrer bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Das insgesamt fünfte Lawinenopfer an diesem Wochenende. Experten sprechen von einem extremen Einzelfall.

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Lawinenabgänge auf Skipisten: Wie groß ist die Gefahr?

In Südtirol sind binnen 24 Stunden vier Skifahrer bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen - drei von ihnen wurden auf einer gesicherten Skipiste von den Schneemassen begraben. Die Suche nach der Ursache hat begonnen.

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Eine Lawine, mitten auf einer gesicherten Piste, damit rechnen die wenigsten Skifahrer. Und so wurde auch die Gruppe aus Deutschland überrascht, die gegen Samstagmittag im Schnalstal bergab fuhr, als sich über ihr Schneemassen lösten – 200 Meter breit und fast einen Kilometer lang.

Es sei ein "außergewöhnlicher Fall", erklärte der Sprecher der italienischen Bergwacht, Walter Milan. Starke Winde und steigende Temperaturen hätten den Abgang auf 3.000 Metern begünstigt.

"Der Wind ist der größte Risikofaktor bei Lawinen und so war es auch in diesem Fall – wobei der schon besonders war, denn die Pisten sind eigentlich sicher." Walter Milan, Sprecher der italienischen Bergwacht

Eine 35 Jahre alte Soldatin aus Thüringen und ihre siebenjährige Tochter, sowie ein siebenjähriges Mädchen aus Nordrhein-Westfalen überlebten das Unglück nicht. Deren Vater und Bruder wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Staatsanwaltschaft Bozen ermittelt nach Lawinenunglück

Wie genau es dazu überhaupt kommen konnte, das ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Bozen. Die Behörde machte sich am Sonntag am Unglücksort ein Bild von der Lage. Gegen wen und wegen was ermittelt werden soll, war noch unklar.

Der Betreiber des Skigebiets hatte die Abfahrt im Vorfeld als sicher eingestuft. Dort vermutet man, Skifahrer abseits der Piste könnten die Lawine ausgelöst haben. Die italienische Polizei hält das nach ersten Erkenntnissen jedoch für unwahrscheinlich.

Dass Lawinen über Skipisten abgehen, passiert trotz aller Sicherheitsvorkehrungen immer wieder. Erst an Weihnachten verschüttete eine mächtige Lawine sechs Skiläufer auf der Piste im Schweizer Andermatt. Sie kamen allerdings mit dem Leben davon.

Pistenbetreiber müssen Lawinengefahr prüfen

Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein spricht dennoch von einem extremen Einzelfall. "Das Risiko, auf einer Piste bei einer Lawine zu Tode zu kommen, ist so derart gering." Wesentlich wahrscheinlicher seien lebensgefährliche Stürze. Dass Lawinenabgänge auf den Klimawandel zurückzuführen seien, hält er für nicht geklärt. "Es liegt zwar nahe, dass eine Zunahme extremer Wetterereignisse wie starker Wind das Lawinenrisiko insgesamt erhöhen, aber ein Zusammenhang (mit der Erderwärmung) ist nicht nachgewiesen."

Betreiber müssen den Zustand der Piste und die Lawinengefahr kontrollieren. Niemand könne von den Urlaubern, die auf der Piste unterwegs seien, verlangen, den Lawinenlagebericht korrekt zu interpretieren, so Bucher.

Die Betreiber können Pisten sperren, wenn sie die Situation für gefährlich halten. Oft werden Lawinen mit Sprengungen künstlich ausgelöst, um das Risiko für Skifahrer zu minimieren. Aber vollständige Sicherheit gibt es in den Bergen nie. "Man tut alles Menschenmögliche, aber ein Restrisiko bleibt", sagte Bucher.

Gletscherbahn Schnalstal: Es gab keine Gefahr

An jenem Samstag herrschte Lawinenstufe 3 von 5. Das bedeutet "erhebliche Gefahr". Es blies ein scharfer Wind. Und Wind begünstigt Lawinen. Zudem stiegen die Temperaturen gegen Mittag an.

Im Lawinenbericht der Region heißt es: "Vor allem in den Hauptniederschlagsgebieten und in hohen Lagen und im Hochgebirge sind mit dem stürmischen Nordwind einzelne mittlere spontane Lawinen möglich." Einen Kilometer lang und 200 Meter breit soll das Schneebrett laut italienischen Medien gewesen sein.

Doch der Skigebietbetreiber hatte die Lage anders beurteilt. "Unsere Mitarbeiter haben am frühen Morgen die Lage geprüft und es gab keine Gefahr. Wenn sie Zweifel gehabt hätten, hätten sie die Talabfahrt bestimmt niemals geöffnet", sagte Thomas Konstantin Stecher von der Gletscherbahn im Schnalstal laut Nachrichtenagentur Ansa.

Weitere Lawinenunglücke in den Alpen

An diesem Wochenende starben insgesamt fünf Menschen in den Alpen durch Lawinen: Nur wenige Stunden nach dem Unglück im Schnalstal wurden vier Skifahrer in den Dolomiten von einer Lawine erfasst, einer von ihnen kam ums Leben. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtet, handelt es sich dabei um einen 28-Jährigen aus der Nähe von Trient. Ein weiterer Sportler wurde mit dem Hubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, die anderen beiden blieben unverletzt. Das Unglück ereignete sich offenbar nicht auf einer präparierten Piste, die Gegend ist bei Skibergsteigern und Kletterern beliebt.

Ebenfalls am Samstag kam ein deutscher Tourengänger in der Schweiz ums Leben. Der Mann aus Baden-Württemberg hatte mit seinem Sohn auf dem Weg zum Stieltihorn die Skipisten verlassen. Auf einer Höhe von etwa 2.700 Metern wurde der Vater von einer Lawine mitgerissen.

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Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind nach Polizeiangaben drei Deutsche ums Leben gekommen - unter ihnen zwei siebenjährige Mädchen. Auch eine 25-jährige Frau konnte nur noch tot geborgen werden.