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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

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    Lauterbach warnt vor Corona-Infektionen in Schule und Arbeit

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert für eine niedrigere Schwelleninzidenz an Schulen – derzeit ist erst ab einem Wert von 200 der Präsenzunterricht verboten. Auch an Arbeitsplätzen sei die Corona-Infektionsgefahr hoch.

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    • BR24 Redaktion

    Für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ist der Schwellenwert, den das neue Infektionsschutzgesetz für Schulen vorsieht, deutlich zu hoch. Erst ab einem Wert von 200 ist gemäß der neuen Regelung Präsenzunterricht verboten. "Ich halte die Situation an den Schulen für so brenzlig, dass das Ganze begrenzt werden müsste auf Inzidenzen unter 100", sagte Lauterbach im Fernsehsender phoenix.

    Trotz der vorgesehenen Tests müsse man mit einer starken Verbreitung des Coronavirus an Schulen und in den Familien rechnen. "Eltern gehen massiv ins Risiko", so der SPD-Politiker. Schließlich sei in der dritten Welle neu, dass sich auch viele Jüngere ansteckten und an der Krankheit versterben könnten. Lauterbach plädierte dafür, das Lehrpersonal vorrangig zu impfen. "Selbstverständlich müssen die Lehrer und Erzieher geimpft werden, sonst ist die Teilnahme am Unterricht zu gefährlich."

    Lauterbach: Zahlreiche Infektionen an Arbeitsplätzen

    Deutliche Worte richtete Lauterbach an die Wirtschaft, die man stärker in den Fokus nehmen müsse, denn zahlreiche Infektionen würden am Arbeitsplatz stattfinden. "Die Betriebe haben sich bislang zu wenig an der Pandemie-Bekämpfung beteiligt. Wir werden sie stärker herannehmen müssen." Sowohl eine FFP2-Maskenpflicht am Arbeitsplatz sowie häufigeres Testen hielt der SPD-Gesundheitsexperte für sinnvoll. "Wir haben uns viel zu lange von den Betrieben sagen lassen, was alles nicht geht", machte Lauterbach Druck und warnte schließlich: "Das wird zum Schluss darauf hinauslaufen, dass uns nichts anderes übrigbleibt wie in Irland, wo man die Betriebe dicht machen musste."

    Lauterbach plädiert auch für Ausgangsbeschränkungen

    Die in der Politik umstrittene nächtliche Ausgangssperre befürwortete Lauterbach nochmals mit Nachdruck. Studien zeigten, dass die Ansteckungen durch diese Maßnahme um 15 Prozent sinken würden. "Das wird alleine nicht ausreichen, aber ohne würde es sehr schwer, die Inzidenz unter 100 zu bekommen."

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