BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Laschet fordert neue Konzepte in der Corona-Krise | BR24

© pa / dpa

Armin Laschet

26
Per Mail sharen

    Laschet fordert neue Konzepte in der Corona-Krise

    In der Corona-Krise fordert NRW-Landeschef Laschet ab Januar neue Konzepte. Der Staat könne auf Dauer nicht Lockdowns mit Milliardenhilfen kompensieren. Kanzleramtschef Braun und Finanzminister Scholz sehen das allerdings anders.

    26
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion
    • Rüdiger Hennl

    Noch ein weiteres Jahr wie dieses "halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", sagte Laschet der "Rheinischen Post": "Ab Januar müssen kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen. Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch. Die Pandemie und eine verantwortungsvolle Normalität sind dann auch kein zwingender Gegensatz mehr."

    "Wir können nicht auf Dauer alles schließen und der Staat bezahlt"

    Laschet betonte, die Milliardenhilfen würden auf Dauer vom Staat nicht durchgehalten werden können: "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliarden-Ausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein." Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machten "den Staat auf Dauer kaputt", gab der CDU-Politiker zu bedenken. "Da hat die Bundeskanzlerin recht."

    Braun denkt an ein weiteres Konjunkturpaket

    Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hingegen stellte der Wirtschaft bereits weitere Staatshilfen für das kommende Jahr in Aussicht. Braun sagte dem "Handelsblatt", er rechne trotz der milliardenschweren Staatshilfen mit großen ökonomischen Schäden, die Corona-Krise werde "erhebliche Spuren in der Wirtschaft hinterlassen". Ein weiteres Konjunkturpaket im kommenden Sommer sei aber möglich: "Bei Bedarf müssen wir neue Impulse setzen". Indes könne ein milder Verlauf der Pandemie im Winter sowie ein Impfstoff im Frühjahr "die Wirtschaft beflügeln".

    2021 werde die Pandemie dann ohnehin "ihren Schrecken verlieren. Wir müssen als Gesellschaft den Dezember und die Monate bis zum März durchhalten mit Einhaltung der AHA-Regeln und der Reduzierung unserer Kontakte. Wo das nicht reicht, sind Einschnitte unvermeidbar. Dann kommen der Frühling und hoffentlich auch der Impfstoff."

    Scholz setzt auf großzügige Überbrückungshilfen

    Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz betonte ebenfalls, die Unternehmen könnten auch nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen für November und Dezember im Teil-Lockdown auf Unterstützung des Staates setzen.

    Es sei richtig, Gastronomie, Kultur und Sport jetzt besonders unter die Arme zu greifen, sagte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung Berlin Direkt. "Klar ist, ab dem nächsten Jahr gilt das normale Regime der Überbrückungshilfen." Diese sollten bis mindestens Juni 2021 gelten und seien umfassender und großzügiger als bisher.

    Scholz zeigt sich zuversichtlich, dass Deutschland die durch die Corona-Krise erhöhten Schulden wieder abbauen könne. Wichtig sei dabei vor allem Wirtschaftswachstum. "Deutschland ist das am geringsten verschuldete G7-Land." Deutschland werde weniger Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftskraft haben als in der Finanzkrise vor zehn Jahren.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!