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Armin Laschet

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    Laschet bittet Opfer der Kölner Silvesternacht um Verzeihung

    Fünf Jahre nach den sexuellen Übergriffen gegen Frauen während der Silvesternacht 2015/16 in Köln hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Opfer um Verzeihung gebeten. Diese seien "vom Staat im Stich gelassen" worden, so Laschet.

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    • BR24 Redaktion

    "Niemand kann rückgängig machen, was geschehen ist. Aber wir können versprechen, unser Bestes zu geben, dass eine solche Nacht nie wieder passieren wird", schreibt Laschet in einem Gastbeitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger".

    "Und wir können die Opfer um Verzeihung bitten, dass der Staat sie in jener Nacht nicht beschützt hat - egal, wer damals politisch Verantwortung trug." Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

    Massenhafte sexuelle Übergriffe

    In der Nacht vom 31. Dezember 2015 auf den 1. Januar 2016 kam es um den Kölner Dom und den Hauptbahnhof massenhaft zu sexuellen Übergriffen gegen Frauen, zudem gab es andere Straftaten wie zum Beispiel Diebstähle. Die Täter stammten vorwiegend aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum und agierten aus Gruppen heraus, die die Frauen bedrängten. Die Tatverdächtigen, gegen die Anzeige erstattet wurde, kamen vor allem aus Algerien und Marokko.

    Die Ereignisse sorgten bundesweit für Entsetzen und emotionale Diskussionen. Der Polizei und der Bundespolizei wurde vorgeworfen, sie habe die Lage nicht unter Kontrolle gehabt und in ersten Berichten beschönigend dargestellt. Bemängelt wurde auch eine späte und zunächst zurückhaltende mediale Berichterstattung.

    "661 Frauen haben einen Albtraum erlebt"

    Laschet kritisiert in seinem Gastartikel nun die "eklatanten Versäumnisse" in dieser Nacht:

    "661 Frauen haben vor fünf Jahren in Köln einen Albtraum durchlebt, viele von ihnen leiden bis heute unter den Folgen. 661 Frauen wurden in dieser Nacht vom Staat im Stich gelassen." Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

    Auch sei es eine "bittere Bilanz", dass es bei mehr als 1.200 erstatteten Anzeigen, von denen rund 500 auch sexuelle Übergriffe betrafen, nur 36 Verurteilungen gegeben habe und nur drei Männer wegen Sexualstraftaten verurteilt worden seien.

    "Eine solche Nacht" soll nie wieder passieren

    Die Justiz könne solche Wunden kaum heilen, schrieb Laschet: "Aber wir können versprechen, unser Bestes zu geben, dass eine solche Nacht nie wieder passieren wird." Die Ereignisse seien ein "dringender Appell" gewesen, "das Vertrauen in den wehrhaften Rechtsstaat schnell und umfänglich wieder herzustellen". Seine Landesregierung, die damals noch nicht im Amt war, setze deshalb auf "null Toleranz" gegenüber Kriminalität, so Laschet.

    Bis 2017 hatten in NRW die SPD und Bündnis 90/Die Grünen regiert - mit Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin.

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