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Lahmer Impfstart: Italien schaut mit Neid nach Deutschland | BR24

© pa / dpa

In Milano wird eine Corona-Impfung aufgezogen

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    Lahmer Impfstart: Italien schaut mit Neid nach Deutschland

    In Deutschland wird der Start der Corona-Impfkampagne als zu zögerlich kritisiert. Die Italiener allerdings nehmen die Bundesrepublik als vergleichsweise vorbildlich wahr - weil der Impfstart im eigenen Land noch weit holpriger verläuft.

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    Von
    • Jörg Seisselberg

    In Italien ist der Unmut groß. Von einem "Fehlstart in die Impfphase" und "schlechter Organisation" schreibt der "Corriere della Sera". Bis gestern Abend 21 Uhr sind landesweit lediglich 109.454 Impfungen durchgeführt worden. Das heißt, über drei Viertel der zurzeit in Italien zur Verfügung stehenden Impfdosen (469.950) lagern bislang noch ungenutzt in den Kühlschränken.

    Das medizinische Personal ist in den Ferien

    Als Grund für den langsamen Impfstart in Italien wird unter anderem die Urlaubsplanung in den Krankenhäusern genannt. Nach Angaben des Gesundheitsassessors der Region Lombardei, Giulio Gallera, seien viele Ärzte und anderes medizinisches Personal derzeit in den Ferien, dadurch habe bislang wenig Impfstoff gespritzt worden können.

    Deutschland hat die besseren Zahlen

    Mit Neid schauen die Italiener in Sachen Anti-Covid-Impfungen über die Grenzen. Nach Israel, in die USA, aber auch nach Deutschland. In den Tabellen der großen Tageszeitungen über den Verlauf des Impfstarts rangiert Deutschland stets deutlich über Italien – und gilt als ein Maßstab dafür, wie es besser laufen könnte.

    "Es fällt auf" - findet der Vizeminister

    Gesundheits-Vizeminister Pierpaolo Sileri wehrt sich zwar dagegen, von einem Fehlstart der Impfkampagne in Italien zu sprechen. Gleichzeitig aber sagt Sileri: "Es fällt auf" - beispielsweise, dass Deutschland deutlich mehr Impfungen in den ersten Tagen durchgeführt habe. Am Wochenende waren die Impfzahlen in Deutschland dreimal höher als die in Italien. Auch der von der Regierung in der Corona-Krise eingesetzte Sonder-Kommissar Domenico Arcuri räumt ein: Italien müsse das Tempo der Impfungen erhöhen.

    Der Unmut über den langsamen Impfstart ist in Italien groß, auch weil das Land von Corona-Pandemie besonders stark betroffen ist. Mittlerweile beklagt Italien über 75.000 Tote, so viele wie kein anderer Staat in Europa.

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