Schild mit der Aufschrift "Bitte tragen Sie Mundschutz" in einem Schaufenster
Bildrechte: pa/dpa/Oliver Berg

Länder wollen gemeinsame Linie bei Maskenpflicht in Innenräumen

  • Artikel mit Video-Inhalten

Länder wollen gemeinsame Linie bei Maskenpflicht in Innenräumen

Die Gesundheitsminister der Länder wollen bei der Einführung einer möglichen Maskenpflicht in Innenräumen geschlossen vorgehen. Eine Arbeitsgruppe soll nun einheitliche Schwellenwerte erarbeiten, die bundesweit gelten sollen.

Bei einer möglichen Maskenpflicht in Innenräumen wollen sich die Gesundheitsminister der Länder auf eine gemeinsame Linie einigen. Dafür sollen nun entsprechende Schwellenwerte erarbeitet werden, die dann bundesweit gelten sollen. Das sagte eine Sprecherin von Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend nach einer Schalte der Ressortschefs. Grimm-Benne ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Arbeitsgruppe soll gemeinsame Schwellenwerte erarbeiten

Die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden soll am 9. und 10. November über diese Schwellenwerte beraten. Dabei solle beispielsweise erörtert werden, inwieweit die Hospitalisierungsrate berücksichtigt werden müsse, sagte die Sprecherin. An einer Maskenpflicht im Nahverkehr wollen die Gesundheitsminister auf jeden Fall festhalten, darüber herrsche Einigkeit.

Vor der Schalte hatten unter anderem die Amtsärzte ein möglichst einheitliches Vorgehen der Bundesländer in der Corona-Pandemie gefordert. Der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, sagte am Montag im ARD-"Morgenmagazin": "Uns liegt daran, dass möglichst eine einheitliche Vorgehensweise beschlossen wird, dass möglichst klar wird, wenn die Inzidenz bei 500 oder 1.000 ist, dass man sowohl in Hamburg als auch in München gleich vorgeht."

Maskenpflicht hatte im Vorfeld für Debatten gesorgt

In den letzten Wochen hatte die Debatte um eine Rückkehr zur Maskenpflicht in Innenräumen angesichts ansteigender Corona-Infektionszahlen immer mehr Fahrt aufgenommen. Der Verband der Krankenhäuser hatte eine schnelle Wiedereinführung der Maßnahme gefordert. Bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war die Forderung allerdings auf Widerspruch gestoßen.

Auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte das Drängen von Seiten des Bundesgesundheitsministers auf Erlass einer Maskenpflicht in Innenräumen in Bayern zuerst zurückgewiesen. Maßstab für Bayern seien nicht "irgendwelche Ratschläge vom Bundesgesundheitsminister aus Berlin". "Vielmehr werden wir nur dann Maßnahmen verschärfen, wenn sie nach Experten-Ansicht wirklich notwendig und sinnvoll sind", so Holetschek.

Auch eine Änderung der Isolationspflicht will Bayern laut Holetschek überdenken. Alle derzeitigen Faktoren - Ausbreitung des Virus, derzeitige Mutationen - sollen in diese Überlegungen einfließen und dann wolle man gegebenenfalls die Regeln dafür anpassen, wie Holetschek im BR24-Gespräch sagte.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek
Bildrechte: BR

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek zu einer möglichen Änderung der Isolationspflicht

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.