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Labour: Privatkliniken für infizierte Schwerkranke freigeben | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

Sanitäter bringen eine Corona-Patientin in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

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    Labour: Privatkliniken für infizierte Schwerkranke freigeben

    Die britische Labour-Partei fordert die Behandlung schwer erkrankter Corona-Patienten auch in Privatkrankenhäusern. Es wird befürchtet, dass der überlastete staatliche Gesundheitsdienst die Versorgung der Infizierten nicht sicherstellen kann.

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    In Großbritannien fordern die Oppositionspartei Labour und die Gewerkschaft GMB, dass schwer erkrankte Patienten auch in privaten Krankenhäusern behandelt werden dürfen. Nach ihren Angaben gibt es mindestens 570 private Kliniken in Großbritannien.

    Die Forderung ist eine Reaktion auf die zunehmende Angst, dass der ohnehin völlig überlastete staatliche Gesundheitsdienst NHS die Versorgung von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 nicht stemmen kann.

    "Nicht auf Wohlhabende warten"

    "Es kann doch nicht sein, dass wir vornehme Privat-Kliniken haben, die leer sind und auf Wohlhabende warten, die krank werden, während Menschen in (staatlichen) Krankenhäusern sterben, weil sie auf ein Bett warten" sagte GMB-Generalsekretär Tim Roache. Großbritannien hat bisher mehrere Hundert Infektionen mit dem Coronavirus registriert und rechnet in den kommenden Wochen mit einem gewaltigen Anstieg.

    Über 5000 Tote wegen zu langer Wartezeit in Notaufnahmen

    Der NHS wird hauptsächlich aus Steuergeldern finanziert. Vor allem in den Wintermonaten, wenn Erkrankungen wie Grippe hinzukommen, kann der Gesundheitsdienst oft nicht mehr den Ansturm von Patienten bewältigen. Es mangelt an Klinikbetten. Weil auch nicht genug Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, musste die Polizei schon mit Fahrzeugen einspringen, um Patienten in Krankenhäuser zu bringen.

    Nach einer Studie von NHS-Ärzten starben allein in England weit über 5000 Menschen seit 2016, weil sie zu lange in Notaufnahmen warten mussten. Die Wartezeiten betrugen zwischen sechs und elf Stunden.